Gedanken und Gedichte:

Ch.Lubich Dank Engel Freundschaft Frieden Geben Gebete Geburt Geburtstag  
Geschenk   Glaube Gnade Hl. Augustinus Joh.Paul-II Kirche Kl. Geschichten Kreuz Lächeln
Leid Licht Liebe Märchen M. Teresa Novene Predigten Segen Seligpreis.
Sinn Text:1.CD Text:2.CD Text: 3.CD Trauer Trost Vertrauen Weihnachten Zeit Zufriedenheit


 

ICH BIN DAS LICHT DER WELT!
Ihr sollt das Licht des Lebens haben,

das hast du uns gewünscht.
Finsternis wolltest du aus unsern Herzen jagen!

ICH BIN DAS LICHT DER WELT!
Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen.
Du gibst uns Kraft und Trost,
selbst, wenn die Schatten des Todes wehen.

ICH BIN DAS LICHT DER WELT!
Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe hin.

Du hast mich beim Namen gerufen.
Kann es wirklich sein, dass ICH es bin?

ICH BIN DAS LICHT DER WELT!
Doch zum Licht gehört auch die Dunkelheit.
Wie sollen wir dich da nur finden?
Ja - wenn ihr mich im Nächsten erkennt,
im liebevollen DU!

(Gedicht von unserer Sängerin und Gitarristin Gisela Stellwag)

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Worte und Gebete vom Hl. Augustinus:

 

Weggehen von Gott heißt sterben,
zurückkehren zu Gott heißt auferstehen,
wohnen bei Gott heißt leben!

"Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir. Denn auf dich hin hast du uns geschaffen." (Bekenntnisse II/4)

"Gott ist dir näher als du dir selbst nahe bist!" (Bekenntnisse III,6,11)

"Deine Sehnsucht ist dein Gebet!"

"Liebe und tue, was du willst."

 

Jesus Christus,
ich bin ein Mensch und nichts Menschliches ist mir fremd.
Ich bin noch nicht an meinem Ziel angekommen,
lass mich nicht vorzeitig aufgeben.
Wenn ich zweifle, lass mich nicht verzweifeln.
Ich suche dich, lass mich dich finden.
Wenn ich schweige, lass mich aus Liebe schweigen.
Wenn ich spreche, lass meine Worte aus der Liebe kommen.
wenn ich tadle, lass mich aus Liebe tadeln.
Wenn ich andere verschone, lass mich sie aus Liebe verschonen.
Lass mich in allem treu sein, dir und mir,
Gott und den Menschen,
heute und alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.

 

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Kreuz:

Ein Mensch beklagte sich über sein schweres Kreuz.
Gott hatte Erbarmen und führte ihn in einen Raum, in dem alle Kreuze der Menschen aufgestellt waren.
Er sagte zu ihm: "Wähle dein eigenes Kreuz aus!"
Der Mensch machte sich auf die Suche.
Ein Kreuz war dünn, aber viel zu lang.
Ein kleines Kreuz war viel zu schwer.
Eines legte er auf seine Schulter, merkte jedoch, dass eine scharfe Spitze drückte.
Er konnte kein passendes finden.
Dann entdeckte er eins, dass er übersehen hatte.
Es war nicht zu schwer, nicht zu leicht, so richtig handlich, wie geschaffen für ihn.
Dieses Kreuz wollte er in Zukunft tragen.
Aber als er näher hinschaute, da merkte er, dass es sein Kreuz war, das er bisher getragen hatte.

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Leid:

Ein Mensch klagt bitter GOTT an:
„Warum lässt Du soviel Leid zu?
Warum tust DU nichts dagegen?“
Da sagt GOTT:
„Mensch, ich habe etwas dagegen getan.
Ich habe DICH geschaffen“.

 

Die Palme mit der schweren Last

Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei.
Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.
Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme.
Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite.

Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt.
Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig als mit ihren Wurzeln
immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen.
Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser und trotz der Last in der Krone wuchs sie
zur kräftigsten Palme der Oase heran.

Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie wohl verkrüppelt
die Palme gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.

Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter und sagte:
„Danke für den Stein, den du mir damals in die Krone gelegt hast. Deine Last hat mich stark gemacht!“
(Afrikanisches Märchen)

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Freundschaft:

Eines Tages, ich war gerade das erste Jahr auf der High School, sah ich ein Kind aus meiner
Klasse nach Hause gehen. Sein Name war Kyle. Es sah so aus, als würde er alle seine Bücher
mit sich tragen.
Ich dachte mir: "Warum bringt wohl jemand seine ganzen Bücher an einem Freitag nach Hause?
Das muss ja ein richtiger Dummkopf sein."
Mein Wochenende hatte ich schon verplant (Partys und ein Fußballspiel mit meinen Freunden
morgen Nachmittag), also zuckte ich mit den Schultern und ging weiter.
Plötzlich sah ich eine Gruppe Kinder in seine Richtung laufen. Sie rempelten ihn an, schlugen
ihm seine Bücher aus den Armen und schubsten ihn, so dass er in den Schmutz fiel. Seine
Brille flog durch die Luft und ich beobachtete, wie sie etwa drei Meter neben ihm im Gras
landete. Er schaute auf und ich sah diese schreckliche Traurigkeit in seinen Augen.
Mein Herz wurde weich.

Ich ging zu ihm rüber, er kroch am Boden umher und suchte seine Brille und ich sah Tränen in
seinen Augen. Als ich ihm seine Brille gab, sagte ich: "Diese Typen sind Blödmänner."
Er schaute zu mir auf und sagte: "Danke!"
Ein großes Lächeln zierte sein Gesicht. Es war eines jener Lächeln, die wirkliche Dankbarkeit
zeigten. Ich half ihm seine Bücher aufzuheben und fragte ihn wo er wohne. Es stellte sich heraus,
dass er in meiner Nähe wohnte, also fragte ich ihn, warum ich ihn vorher nie gesehen habe.
Er erzählte mir, dass er zuvor auf eine Privatschule ging. Ich hätte mich nie mit einem Privat-
Schul-Kind abgeben. Den ganzen Nachhauseweg unterhielten wir uns; und ich trug seine Bücher.
Er war eigentlich ein richtig cooler Kerl.

Ich fragte ihn, ob er Lust hätte mit mir und meinen Freunden am Samstag Fußball zu spielen.
Er sagte zu. Wir verbrachten das ganze Wochenende zusammen und je mehr ich Kyle kennen
lernte, desto mehr mochte ich ihn. Und meine Freunde dachten genauso über ihn.


Es begann der Montag Morgen und auch Kyle mit dem riesigen Bücherstapel war wieder da.
Ich stoppte ihn und sagte: "Oh Mann, mit diesen ganzen Büchern wirst du eines Tages noch
mal richtige Muskeln bekommen."
Er lachte und gab mir einen Teil der Bücher.

Während der nächsten vier Jahre wurden Kyle und ich richtig gute Freunde. Als wir älter
wurden, dachten wir übers College nach. Kyle entschied sich für Georgetown und ich mich
für Duke. Ich wusste, dass wir immer Freunde sein werden und diese Kilometer zwischen uns
niemals ein Problem darstellen würden. Er wollte Arzt werden und ich hatte vor eine
Fußballer-Karriere zu machen.

Kyle war Abschiedsredner unserer Klasse.
Ich war so froh, dass ich nicht derjenige war, der sprechen musste. Am Abschlusstag sah ich
Kyle. Er sah großartig aus. Er war einer von denen, die während der High School zu sich
selber finden und ihren eigenen Stil entwickeln. Er hatte mehr Verabredungen als ich und alle
Mädchen mochten ihn. Manchmal war ich richtig neidisch auf ihn.
Heute war einer dieser Tage. Ich konnte sehen, dass er wegen seiner Rede sehr nervös war.
Ich gab ihm einen Klaps auf den Hintern und sagte: "Hey, großer Junge, du wirst großartig sein!"
Er sah mich an und lächelte. "Danke," sagte er.

Als er seine Rede begann, räusperte er sich kurz und fing an:
"Der Abschluss ist eine Zeit, um denen zu danken, die dir halfen, diese schweren Jahre zu
überstehen:
deinen Eltern, deinen Lehrern, deinen Geschwistern, vielleicht einem Trainer ... aber am
meisten deinen Freunden. Ich sage euch, das beste Geschenk, dass ihr jemandem geben
könnt, ist eure Freundschaft.
Lasst mich euch eine Geschichte erzählen."
Ich schaute meinen Freund etwas ungläubig an, als er von dem Tag erzählte, an dem wir
uns das erste mal trafen. Er hatte geplant, sich an diesem Wochenende umzubringen. Er
erzählte weiter, dass er seinen Schrank in der Schule ausgeräumt hatte, so dass seine Mutter
es später nicht tun müsste und er hatte deshalb sein Zeug nach Hause getragen.

Er schaute mich an und lächelte.
"Gott sei Dank, ich wurde gerettet. Mein Freund hat mich von dieser unsäglichen Sache
bewahrt."

Ich konnte spüren, wie die Masse den Atem anhielt als dieser gutaussehende, beliebte
Junge uns von seinem schwächsten Augenblick im Leben erzählte. Ich bemerkte wie seine
Mutter und sein Vater lächelnd zu mir herüber sahen, genau das selbe, dankbare Lächeln.
Niemals zuvor spürte ich solch eine tiefe Verbundenheit.

Unterschätze niemals die Macht Deines Handelns. Durch eine kleine Geste kannst du das Leben
einer Person ändern. Zum Guten oder zum Bösen.
Die Schöpfung setzt uns alle ins Leben des anderen, um uns gegenseitig zu beeinflussen,
auf jede Art und Weise. Sieh' das Gute in anderen.

Ein Leben ohne Freunde, ist ein Leben ohne Sonne!

 

Wie ich dir begegnen möchte...

Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen,
dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten,
dich ernstnehmen, ohne dich auf etwas festzulegen,
zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen,
dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen,
dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
mich von dir verabschieden, ohne Wesentliches versäumt zu haben,
dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich dafür verantwortlich zu machen,
dich informieren, ohne dich zu belehren,
dir helfen, ohne dich zu beleidigen,
mich um dich kümmern, ohne dich verändern zu wollen,
mich an dir freuen - so wie du bist!

Alter englischer Wanderspruch

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Dank:

„Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben; sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzten.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten; sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben; sie haben meinen Mut geweckt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben; sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich belogen haben; sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die mich verletzt haben; sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben; sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben. Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.
Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin;
sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.“
(Paulo Coelho)

 

Ich bin dankbar.............

dafür, dass ich nach einem Fest putzen muss -
denn das bedeutet, dass ich Freunde habe

für die Steuern, die ich bezahle -
denn das bedeutet, dass ich Arbeit habe

dafür, dass meine Kleider ein bisschen eng sind -
denn das bedeutet, dass ich Essen habe

dafür, dass ich den Rasen mähen, die Fenster putzen
und die Regenrinne säubern muss -
denn das bedeutet, dass ich ein Zuhause habe

für den Schatten, der meine Arbeit bewacht -
denn das bedeutet, dass ich draußen in der Sonne bin

für alle Klagen über Politiker
denn das bedeutet, dass wir Meinungsfreiheit haben!

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Kleine Geschichten:

 

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der
Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen.
Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten sich überlegen, was das Netteste sei, das sie
über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie dann neben den
jeweiligen Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde bis jeder fertig war und bevor
sie den Klassenraum verliessen, gaben sie ihre Blätter bei der Lehrerin ab.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und
daneben die Liste der netten Bemerkungen, die die Mitschüler über den einzelnen a
ufgeschrieben haben. Am Montag gab die Lehrerin dann jedem Schüler seine oder ihre
eigene Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle.
"Wirklich?", hörte man die Kinder flüstern..."ich wusste gar nicht, dass ich irgend jemandem
etwas bedeute!" und "ich wusste nicht, dass mich andere so mögen!", waren die Kommentare.
Es war eine schöne Stimmung!

Nach diesem Tag wurden die Listen nicht mehr thematisiert. Die Lehrerin wusste nicht, ob die
Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber so sollte es auch sein.
Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den
anderen - und das war das Ziel.

Viele Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging an das
Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem
anderen ging am Sarg vorbei und erwies ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als Letzte und
betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, fragte sie einer der Soldaten, der den Sarg trug:
"Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?". Sie nickte. Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von
Ihnen gesprochen!".

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt.
Marks Eltern waren auch da und sie warteten darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "
Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche.
"Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen!".
Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt Papier, das offensichtlich viele,
viele Male gefaltet und auseinandergefaltet wurde. Die Lehrerin wusste sofort, dass dies
das Blatt war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark
geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das getan haben",
sagte Marks Mutter. "Wie Sie sehen, hat Mark das sehr geschätzt!".

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein wenig und
sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Schublade in meinem
Schreibtisch."  Chucks Frau sagte: "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum
zu kleben." Dann sagte Vicky: "Ich trage meine Liste immer bei mir. Ich glaube, wir alle
haben diese Liste aufbewahrt!".

Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark
und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

 

Zwillinge in der Gebärmutter unterhalten sich:

Weißt du was?, sagt die Schwester zu ihrem Bruder, ich glaube, es gibt ein
Leben nach der Geburt!

"Was für eine Idee! erwidert er, warum denn? Hier ist es doch schön dunkel
und warm, und wir haben genug zu essen.? Das Mädchen gibt nicht nach: ?Es
muss doch mehr als diesen Ort geben, etwas, wo Licht ist. Und vielleicht
werden wir uns frei bewegen und mit dem Mund essen. Aber sie kann ihren
Zwillingsbruder nicht überzeugen. Mit dem Mund essen, so eine komische
Idee. Und es ist noch nie einer zurückgekommen von "nach der Geburt". Das
hier ist alles, was es gibt! Und mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Warum
willst du immer noch mehr?

Nach längerem Schweigen sagt die Schwester zögernd: Aber weißt du, was ich
noch glaube? Ich glaube, dass wir eine Mutter haben!

Eine Mutter!, entgegnet er spöttisch, ich habe noch nie eine Mutter
gesehen, also gibt es sie auch nicht.

Aber manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören, oder
spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.

Wieder schwiegen beide eine Zeit lang. Schließlich fährt die Schwester fort:
Spürst du nicht ab und zu diesen Druck? Das ist doch immer wieder ganz
unangenehm. Manchmal tut es richtig weh.

Ja, aber was soll das schon heißen?
Ich glaube, dass dieses Wehtun dazu da ist, um uns auf einen anderen Ort
vorzubereiten, wo es viel schöner ist als hier und wo wir unsere Mutter von
Angesicht zu Angesicht sehen werden. Wird das nicht aufregend sein?

nach Henry Nouwen

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Gott segne dich

Gott spricht:
Ich will dich segnen,
und du sollst ein Segen sein.

Gott segne dich,
wenn du des Morgens aufstehst,
noch bevor es dir gelingt, dich über den Tag zu ärgern
oder dich vor ihm zu fürchten.

Gott segne dich
mitten im Trubel des Alltags,
wenn du gar nicht dazukommst, an ihn zu denken.

Gott segne dich,
wenn dir etwas Schweres widerfährt,
noch bevor es sich in deinem Herzen festsetzen kann.

Gott segne dich am Abend,
indem er die Schatten des Tages von dir nimmt,
noch bevor sie sich in deine Träume schleichen.

Gott segne dich,
wo du gerade gehst und stehst,
lachst oder weinst, glänzt oder versagst.

Gott segne dich in allem,
was du tust und lässt.
(Verfasser unbekannt)

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Weihnachtsgedanken:

 

HERR, gib uns, dass wir das Licht erkennen,
das in dieser Nacht aufleuchtet.

HERR, gib uns, dass wir es ergreifen,
und mache uns zum Träger dieses Lichtes.

HERR, lass es in uns leuchten
und mache unsere Herzen hell und warm.

HERR, erfülle unser Herz mit Freude,
dass unser Weg nun heller wird.

HERR, erfülle uns mit Dank,
dass Du nun da bist und mit uns gehen willst.

HERR, erfülle uns mit Deiner Liebe
und mache uns fähig,
diese Liebe allen Menschen weiterzugeben.

 

Wenn Liebe Hände hätte,
würden diese Hände die Kluft zwischen dir und mir überbrücken.
Sie würden die Sorgenfalten in meinem Gesicht glätten
und den Sturm, der in mir tobt, beruhigen.
Sie würden meine Hände halten
und mir Mut geben, den nächsten Schritt zu gehen.
Wenn Liebe Hände hätte.

Wenn Liebe Füße hätte,
würden diese Füße neben mir hergehen,
manchmal auch einen Schritt voraus,
und einen Weg durch das Dickicht vor mir bahnen.
Sie würden mich vor Gefahren bewahren,
die ich nicht sehen kann,
und sie würden beginnen zu tanzen,
wenn mein Herz schwer wird.
Wenn Liebe Füße hätte.

Wenn Liebe Augen hätte,
würden diese Augen nur die Person sehen, die ich sein will.
Sie würden mein Innerstes wahr nehmen.
Sie würden all das aussprechen,
was ich schon immer hören wollte.
Nichts wäre ihnen verborgen,
ein Blick von ihnen würde genügen
und wir könnten das Licht und die Weisheit einer anderen Welt sehen.
Wenn Liebe Augen hätte.

Wenn Liebe ein Mensch würde,
der seine Hände durch Raum und Zeit nach mir ausstreckt,
dann würden seine Füße auf mich zulaufen,
das Leuchten in seinen Augen würde vom Glanz des Zukünftigen erzählen.
Nicht nur für mich allein,
sondern für jede Seele, die im Dunkeln den Weg nach Hause nicht mehr findet,
ist diese Liebe da.

Diese Liebe ist ein Kind.
Diese Liebe hat Hände.
Diese Liebe hat Füße.
Diese Liebe hat Augen.
Diese Liebe ist ein Kind - Jesus.
(Ein wunderschönes Lied von Cae Gaunt - das sie uns nach einem Konzert in die deutsche Sprache übersetzte.)

Weihnachten ist nicht vorbei:

Jedesmal, wenn zwei Menschen einander verzeihen,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr einem Menschen helft,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn jemand beschließt ehrlich zu leben,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ein Kind geboren wird,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn du versuchst, deinem Leben einen neuen Inhalt zu geben,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn zwei Menschen sich lieben in einer tiefen und ehrlichen Liebe,
ist Weihnachten.
Jedesmal, wenn ihr einander anseht mit den Augen des Herzens,
mit einem Lächeln auf den Lippen,
ist Weihnachten.
Denn es ist geboren die Liebe,
denn es ist geborgen der Friede,
denn es ist geboren die Gerechtigkeit,
denn es ist geboren die Hoffnung,
denn es ist geboren die Freude,
denn es ist geboren Christus, der Herr!
(aus Brasilien)

Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte:
ICH HEISSE FRIEDEN. MEIN LICHT LEUCHTET, ABER DIE MENSCHEN
HALTEN KEINEN FRIEDEN.
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
ICH HEISSE GLAUBEN. ABER ICH BIN ÜBERFLÜSSIG.
DIE MENSCHEN WOLLEN VON GOTT NICHTS MEHR WISSEN.
ES HAT KEINEN SINN MEHR, DASS ICH BRENNE.
Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.

Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort.
ICH HEISSE LIEBE. ICH HABE KEINE KRAFT MEHR ZU BRENNEN.
DIE MENSCHEN STELLEN MICH AN DIE SEITE. SIE SEHEN NUR SICH
SELBST UND NICHT DIE ANDEREN, DIE SIE LIEB HABEN SOLLEN.
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
"Aber, Ihr sollt doch brennen - nicht aus sein!"
Und fast fing es zu weinen an. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort.
Sie sagte:
HABT KEINE ANGST! SOLANGE ICH BRENNE, KÖNNEN WIR AUCH
DIE ANDEREN KERZEN WIEDER ANZÜNDEN. ICH HEISSE HOFFNUNG.

Mit einem Streichholz nahm das Kind von dieser Kerze Licht und zündete die
anderen Lichter wieder an.

 

"Die Puppe" Autor unbekannt

Am Morgen des 24. Dezembers stresste ich durch die Geschäfte um noch die letzten
Geschenke zu besorgen.
Als ich das Gewühl von Menschen sah, dachte ich, das wird wohl ewig dauern, bis ich
hier alles besorgt habe und ich muss noch in andere Geschäfte. Weihnachten wird jedes
Jahr mehr stressvoll. Ich wünschte mir, ich könnte einfach einschlafen und erst nach
Weihnachten wieder aufwachen.
Trotz allem drängte ich mich zur Spielzeugabteilung durch. Auf der Suche nach einem
geeigneten Geschenk bemerkte ich einen etwa fünf Jahre alten Jungen, der eine Puppe
gedankenverloren anschaute. Der Junge machte einen sehr traurigen Eindruck.
Ich fragte mich, für wen er wohl die Puppe ausgesucht hatte.
In diesem Moment drehte sich der kleine Junge zu einer älteren Dame um und fragte sie:
"Oma, bist du sicher, dass ich nicht genug Geld habe?"

Die ältere Dame antwortete: "Mein Lieber, du weißt ganz genau, dass du nicht genug
Geld hast um die Puppe zu kaufen."
Danach bat sie ihn in der Spielzeugabteilung zu warten, bis sie ihre Einkäufe erledigt hat.
Der Junge hatte noch immer die Puppe gegen seine Brust gepresst. Ich lief zu ihm hin
und fragte ihn, für wen er denn die hübsche Puppe ausgesucht hätte.
"Es ist die Puppe, die sich meine Schwester zu Weihnachten gewünscht hat. Sie war
überzeugt, dass der Weihnachtsmann ihr diese Puppe bringen würde."

Ich versicherte ihm, dass der Weihnachtsmann bestimmt weiß, was sich seine Schwester
zu Weihnachten wünscht. Und dass er sich darüber keine Sorgen machen sollte. Doch der
Junge antwortete traurig: "Der Weihnachtsmann kann ihr die Puppe nicht dorthin bringen,
wo sie sich befindet. Ich muss die Puppe meiner Mutter geben und sie kann sie mitnehmen,
wenn sie geht.

Seine Augen waren mit Tränen gefüllt, als er das sagte.
"Meine Schwester ist im Himmel. Mein Vater sagt, dass meine Mutter auch bald in den
Himmel geht. Deswegen dachte ich mir, dass sie die Puppe für meine Schwester mitnehmen
kann."


Als ich dem Jungen zuhörte, habe ich meinen Weihnachtsstress ganz vergessen.

Der Junge fuhr fort: "Ich sagte meinem Vater, er soll meiner Mutter ausrichten, dass sie noch
warten soll um in den Himmel zu gehen, bis ich aus dem Laden zurück bin."

Dann zeigte mir der Junge ein Foto von ihm, auf dem er ein unbekümmertes, fröhliches
Gesicht hat. "Ich möchte, dass meine Mutter dieses Bild mitnimmt, damit sie mich nicht
vergisst. Ich liebe meine Mutter sehr und ich möchte, dass sie bei uns bleibt. Doch mein
Vater sagt, dass sie zu meiner kleinen Schwester gehen muss."
Wieder schaute er gedankenverloren die Puppe an.

Ich suchte meinen Geldbeutel, sagte ihm, er soll doch das Geld nochmals nachzählen.
Es könnte sein, dass er nun genug hat um die Puppe zu kaufen.

"Gut, ich hoffe, dass es nun reicht." Ich half ihm mit dem Zählen und steckte ihm etwas Geld
zu, ohne dass er es gemerkt hat.
Er sagte: "Danke Gott, dass du mir genug Geld gegeben hast!"
Danach schaute er mich an und meinte, "Ich habe gestern gebetet, dass ich genug Geld für
eine Puppe für meine Schwester habe. Und ich hoffe auch, dass es für eine weiße Rose für
meine Mutter reicht. Meine Mutter liebt weiße Rosen."

Einige Minuten später kam die ältere Dame zurück und ich verabschiedete mich von dem
Jungen.

Ich erledigte alle meine Einkäufe mit einer ganz anderen Einstellung als zuvor.
Ich konnte den kleinen Jungen nicht vergessen.
Dann erinnerte ich mich an einen Zeitungsartikel, den ich vor zwei Tagen gelesen hatte. Es
handelte sich um einen betrunken Autofahrer, der ein Auto angefahren hat, in dem eine junge
Frau und ein kleines Mädchen saßen. Das kleine Mädchen ist noch am Unfallort gestorben
und die Mutter wurde in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert.
Die Frau liegt seither im Koma.

War das die Familie des kleinen Jungen?

Zwei Tage nachdem ich den Jungen im Geschäft getroffen hatte, las ich in der Zeitung, dass
die Autolenkerin, die vor vier Tagen einen Unfall hatte, ihren Verletzungen erlag. Ich konnte
es nicht lassen und kaufte einen Strauss weißer Rosen, ging zur Kirche wo die Frau aufge-
bahrt war. Sie lag dort. In ihrer Hand hielt sie eine weiße Rose, eine Puppe und ein Foto des
kleinen Jungens aus dem Kaufhaus.

Als ich nach Hause lief, dachte ich darüber nach, wie groß die Liebe des kleinen Jungen für
seine Schwester und seine Mutter ist. In einer Sekunde, kann sich das Leben so gewaltig
ändern, dass nichts mehr ist wie es einmal war.
(Autor unbekannt)

 

Ein Licht kam zu uns in die finstere Welt.
Eine Hoffnung für alle hat das Dunkel erhellt,
ganz leise und still - ohne Pomp und Radau,
bracht es Wärme und Liebe - ohne weltliche Schau.

So ist Gott erschienen vor 2000 Jahr,
ein Kind in der Krippe - eine Sehnsucht wurd´ wahr.
Und am Himmel ein Stern - uns als Zeichen gestellt:
dass Christus geboren, der Retter der Welt.

Das Christfest vor Augen - wir gehn darauf zu.
Die Zeit wird verfliegen - wie immer im Nu.
Am Adventskranz, da brennt nun das 1. (2., 3., 4.) Licht.
Es weist uns den Weg und erhellt das Gesicht.

Und öffnen wir auch noch die Herzen ganz weit
und machen uns für Gottes Ankunft bereit,
dann spüren wir, wie uns sein Friede umgibt
und merken, wie sehr Gott von Herzen uns liebt.
(Gerhard Moldaschl/Lydia Pfefferer)

 

Ein Weihnachtstraum

Ich sah in einem holden Traum
einen herrlich schönen Weihnachtsbaum.
Kerzenlicht und Glasgefunkel
verzauberten der Stube Dunkel.

Zarte Töne von Musik
perlten sanft zu einem Lied.
In dem Baume blühten Rosen
zwischen duftigen Mimosen.

Über all den grünen Zweigen
tanzten Engel einen Reigen.
Sie sangen für den Gottesknaben,
der uns beschenkt mit seinen Gaben.

Das Jesukind lag dort ganz klein.
Es hielt in seinen Händen fein
ein Wörtlein, das ein jeder kennt,
und das sich schlicht nur Frieden nennt.

Was bedeutet dieser Traum,
schwerelos in Zeit und Raum? -
Gott schenkte einen Augenblick
von himmlisch frohem Weihnachtsglück.
(von unserer lieben Verwandten: Ingrid Hammel aus Iggingen)


Das Lied des Hirten

Auf seinen Stock gestützt, den Blick zu den Sternen gerichtet, stand der alte Hirte auf dem Felde.
„Er wird kommen!“, sagte er.
„Wann wird er kommen?“, fragte ihn sein Enkel.
„Bald!“
Die anderen Hirten lachten.
„Bald!“, höhnten sie. „Das sagst du nun seit Jahren!“

Der Alte kümmerte sich nicht um den Spott. Nur das Zweifeln in den Augen des Enkels betrübte ihn.
Wer sollte, wenn er starb, die Weissagungen der Propheten weitersagen?
Wenn er doch bald käme. Sein Herz war voller Erwartungen.
„Wird er eine goldene Krone tragen?“, unterbrach der Enkel seine Gedanken.
„Ja!“
„Und einen purpurnen Mantel?“
„Ja, ja!“
Der Enkel war zufrieden.
Aber warum versprach er ihm, was er selber nicht glaubte?
Wie würde er denn kommen?
Auf Wolken aus dem Himmel?
Aus der Ewigkeit?
Arm oder reich?
Bestimmt ohne Krone, Schwert und Purpurmantel – und doch mächtiger als Könige.
Aber wie sollte er es seinem Enkel begreiflich machen!

Der Junge saß auf einem Stein und spielte auf seiner Flöte.
Der Alte lauschte ihm.
Er spielte von Mal zu Mal schöner, reiner.
Der Junge spielte am Morgen und am Abend, Tag für Tag.
Keiner spielte so schön wie er.
Der König würde sein Lied nicht überhören. Sicher würde er ihn dafür beschenken,
mit Gold und Silber.
Er würde ihn reich machen und die anderen würden darüber staunen.

Eines nachts stand der Stern am Himmel, nach dem der Großvater schon immer
Ausschau gehalten hatte. Er leuchtete heller als alle anderen Sterne und stand
über der Stadt Bethlehem.
Engel erschienen und sagten: „Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren!“

Der Junge rannte voraus, dem Licht entgegen. Unter dem Fell auf seiner Brust
fühlte er seine Flöte. Er lief so schnell er konnte.

Da stand er als erster und starrte auf das kleine Kind.
Es lag in Windeln gewickelt in einer Krippe.
Ein Mann und eine Frau betrachteten es froh.
Die anderen Hirten fielen vor ihm auf die Knie.
Der Großvater betete es an.
War das nun der König, den er ihm versprochen hatte?
Nein, das musste ein Irrtum sein…
Nie würde er hier sein Lied spielen. Er drehte sich um, enttäuscht, von Trotz erfüllt.
Er rannte hinaus in die Nacht.
Vor Wut sah er weder den offenen Himmel, noch die Engel, die über dem Stall schwebten.
Doch - plötzlich hörte er das Kind weinen.
Er wollte es nicht hören.
Er hielt sich die Ohren zu, lief weiter.
Doch das Weinen verfolgte ihn, ging ihm zu Herzen, zog ihn zurück in die Krippe.

Da stand er zum zweiten Mal.
Er sah, wie Maria und Josef und auch die Hirten verzweifelt versuchten,
das weinende Kind zu trösten.
Vergeblich!
Da nahm er die Flöte und spielte sein Lied!
Das Kind wurde still.
Es schaute ihn an und lächelte.
Da wurde er sooooooo froh und spürte, wie das Lächeln ihn reicher machte
als alles Gold und Silber der Erde.

(Max Bollinger)

 

Der frühe Winterabend dämmerte herein. Tobias und Katrin kamen von einem
Weihnachtsbummel nach Hause. Sie waren recht hungrig geworden und froh,
dass Mutter ihnen gleich ein Abendessen hinstellte. Was ihnen zuerst nicht auffiel,
war die Schweigsamkeit der Mutter.
Endlich fragte Tobias: „Mutter, wo ist denn heute der Vater? Noch nicht da?"
Jetzt gab Mutter Antwort, aber nur kurz und in gepreßtem Ton:

„Nein, er ist noch nicht da!"

„Aber wieso denn?" fragte der Junge. „Müssen eben warten", meinte die Mutter.
Als im großen Zimmer die Lichter aufflammten, fragte Katrin: „Aber Mutter, ich glaube,
du hast geweint!" Sie gab keine Antwort. Ihr war alles verleidet. „Warum hast du denn
geweint?" „Weil Vater noch nicht da ist!" — „Also doch! Wo ist er den wohl?"
„Kinder, kommt mal her!" sagte Frau Heine und schloß die beiden rechts und links in die Arme.
Katrin schluchzte plötzlich heftig auf. Die Mutter legte ihr beschwichtigend die Hand auf den
Kopf: „Sei nur ruhig, Vater kommt bald wieder. Er dauert bestimmt nicht lange!"
„Also ist doch was passiert?" fragte der Junge. „Ist er im Krankenhaus?"
„Nein", sagte die Mutter mit fester Stimme, „im Untersuchungsgefängnis."
Es dauerte eine Weile, bis die beiden Geschwister begriffen hatten.

„Ja, was ist denn los mit Vater?"

„Ich weiß nicht. Er ist heute ins Gefängnis eingeliefert worden." „Aber ins Gefängnis
kommen doch nur Diebe oder so!" rief Tobias ganz entsetzt. „Ich sag's doch, ich weiß e
s nicht. Es ist bestimmt ein Irrtum. Es muß sich bald herausstellen." „Morgen?"
„Morgen wohl noch nicht!" „Aber Morgen ist doch schon Heiliger Abend." „Ich fürchte",
sagte die Mutter, „es wird länger dauern. Wir müssen jetzt alle drei recht tapfer sein."

Katrin weinte schon wieder. „Nicht weinen, Kind", wiederholte die Mutter, „wir müssen
warten, bis wir alles wissen."

Der Junge weinte nicht. Er grübelte. Es war doch unfaßbar, sein Vater im Gefängnis!
Das konnte einfach nicht sein. Er war sicher unschuldig, daran gab es keinen Zweifel.

„Morgen ist Heiliger Abend, da muß er doch daheim sein, wenn er unschuldig ist",
sagte Tobias. „Wir müssen zur Polizei", rief Katrin. „Vielleicht können wir noch etwas
erreichen!" Bald standen sie vor dem Polizeipräsidium. Am Eingang wurden sie von
einem Beamten aufgehalten. „Nun, was gibt es denn?" fragte er die Kinder.
„Wir kommen wegen unseres Vaters, er ist sicher ganz unschuldig", sagte Tobias.
„Das wollen wir Ihnen sagen, damit sie ihn wieder frei lassen."

„Wie heißt denn euer Vater?"

„Ernst Heine, Schillerstraße 4." Der Beamte schickte die beiden in eines der vielen Zimmer.
Dort mußten sie lange warten, und es wurde ihnen immer banger ums Herz. Endlich erkundigte
sich ein Beamter ohne Uniform, was sie eigentlich wollten. Wieder erzählte Tobias alles ganz
genau. Dann telefonierte der Beamte, und dann kam noch ein zweiter Beamter hinzu. Er sagte,
der Fall Heine sei schon bei der Staatsanwaltschaft, Taschendiebstahl im Warenhaus.
Auf frischer Tat ertappt. Ganz klarer Fall. Kurze Zeit später standen Tobias und Katrin vor
dem Staatsanwalt. Der Herr war nicht so freundlich wie die Polizeibeamten. Kaum hatte Tobias
alles erzählt, da schnarrte er: „Das ist nichts für euch! Und im übrigen kann ich auch gar nichts
tun. Wenn euer Vater Heilig Abend nicht daheim ist, so ist es seine eigene Schuld."
Tobias war ganz aufgeregt vor Zorn, und als sie wieder in den Gang kamen, stieß er mit einem
Herrn zusammen, der eine dicke Aktentasche trug. Der Mann sah abwechselnd den Jungen und
das Mädchen an. „Was ist denn mit euch los? Hat man euch was getan?" Tobias antwortete:
„Der Mann da in dem Zimmer, der ist gemein! Er sagt, Vater sei selber schuld, dass er nicht zu
Weihnachten bei uns ist, aber er lügt!" „Moment mal", sagte der Herr, „das müßt ihr mir genau
erzählen. Kommt mit in mein Büro."

An der Tür hing ein Schild Oberstaatsanwalt Dr. Siebert. Die Geschwister faßten gleich Vertrauen
zu ihm. Er sprach fast so, wie Vater zu ihnen sprach, freundlich und ruhig. Er wollte alles ganz
genau wissen, wo sie wohnten, in welche Schule sie gingen, was sie sich zu Weihnachten
wünschten und natürlich die Sache mit Vater.

Dann griff er zum Telefonhörer. „Herr Dürr, sie bearbeiten doch die Sache Heine? -
Klarer Fall, meinen Sie? — Wie bitte? — Ein Augenzeuge ist da? — Haben sie den selbst
vernommen — Nein? - Warum nicht? - Jawohl ich wünsche es. — Eben, weil morgen
Heiliger Abend ist. - Also bitte gehen sie der Sache nach." Dr. Siebert wandte sich wieder
den Geschwistern zu. „So, Kinder, morgen früh kommt ihr wieder zu mir."
„Können wir dann Vater mitnehmen?" fragte Tobias. „Darüber sprechen wir morgen",
sagte der Beamte freundlich.

Die beiden Geschwister eilten nach Hause und beschlossen, der Mutter noch nichts Näheres
zu sagen. Vor dem Schlafengehen beteten die Kinder, daß doch Gott die Unschuld ihres
geliebten Vaters aufklären möchte. Ais sie am nächsten Morgen an die Tür klopften, erwartete
sie schon Dr. Siebert. „Ihr habt mir gestern von eurem Weihnachtswunsch erzählt. Mal ganz
ehrlich, würdet ihr darauf verzichten, wenn Vater heute nach Hause käme?" „Au ja!" riefen die
beiden wie aus einem Munde. „So", sagte Dr. Siebert, „ich will euch eine Geschichte erzählen.
Vorgestern ging ein Mann in ein Warenhaus, um für seine beiden Kinder Geschenke zu kaufen.
Es herrschte ein ziemliches Gedränge, und dann rief plötzlich ein Mann: .Meine Brieftasche ist
weg! Man hat mir mein Geld gestohlen!' Sogleich bildete sich ein Kreis um den Mann, auch ein
Polizist kam, und der Warenhausdetektiv wurde geholt. Plötzlich aber lag die Brieftasche direkt
vor eurem Vater auf dem Boden. Was lag da näher, als das man ihn verdächtigte, zumal ein
Mann aus dem Publikum rief: ,Der da, der war es!' So wurde euer Vater verhaftet und abgeführt.
Seine Vernehmung hätte erst nach Weihnachten stattgefunden, wenn ihr nicht zu mir gekommen
wärt. Im Album unserer Polizeistelle fand sich das Bild eines Mannes aus dem umstehenden Kreis.
Dieser war der richtige Dieb und hat inzwischen gestanden. Euren Vater aber könnt ihr gleich
mitnehmen." So kam Vater noch vor Weihnachten nach Hause, und das war wirklich da
schönste Geschenk für die beiden Geschwister. Sie kamen nach Hause gestürmt:
„Mutti, da ist jemand, der dich sprechen will!" Und dann fielen sich die Eltern glücklich in die
Arme.
Am Heiligen Abend aber wurden nicht nur Weihnachtslieder gesungen, es wurde auch ein
Danklied angestimmt, und Tobias und Katrin sangen kräftig mit.

Karl Otto Horch

Weihnachten entgegen

ER, der vor 2000 Jahren in die Geschichte eingetreten ist,
möchte auch heute noch in unser Leben eintreten.

Doch in unserem Innern steht ihm manches im Weg:

Wünsche, die nicht gut sind,
das Verlangen zu reden, wenn es besser wäre zu schweigen,
aber auch der Wunsch zu schweigen, wenn ein Wort nötig wäre.
der eigene Egoismus, die Falschheit aber auch der Neid, ungute Gedanken und
vieles mehr.

Weihnachten entgegen

Wie können wir Gott einen Weg bereiten ?

uns für ihn öffnen?

Es gibt einen Weg,
der sicher und schnurstracks zum Ziel führt, zu Gott:
der Weg zum Bruder, zur Schwester,
die Liebe zu den Menschen.

Weihnachten:
Eine Gelegenheit, jeden Menschen bewusst zu lieben,
der uns begegnet.

Weihnachten:
Eine Gelegenheit, die Liebe neu zu entzünden.

Im Herzen die tragen als Geschenk für den kommenden Herrn.

(abgewandelt nach Chiara Lubich)

 

Der geistliche Sinn der Weihnachtsbräuche

Fast alle unsere Bräuche haben ihre Wurzeln in Worten der Heiligen Schrift,
die die Kirche in dieser Zeit als Gebetsworte gebraucht;
das gläubige Volk hat hier die Schrift gleichsam ins Sichtbare übersetzt.

Da steht zum Beispiel im Psalm 95 das Wort:
Alle Bäume des Waldes werden jubeln vor dem Angesicht Gottes, denn er kommt.
Die Liturgie hat das im Anschluss an andere Psalmworte ausgeweitet zu dem Satz:
Berge und Hügel werden lobsingen vor Gott, und alle Bäume des Waldes werden
in die Hände klatschen, denn es kommt der Herr, der Herrscher zur ewigen Herrschaft.

Die geschmückten Bäume der Weihnachtszeit sind nichts anderes als der
Versuch, dieses Wort schaubar zu machen: der Herr ist da, so glaubten und
wussten es unsere Ahnen; also müssen die Bäume ihm entgegengehen, sich
neigen vor ihm, Lobpreis werden auf ihren Herrn. Und aus derselben gläubigen
Gewissheit heraus haben sie das Wort vom Singen der Berge und Hügel wahr
gemacht, und dieses Singen der Berge, das sie angestimmt haben, tönt bis in
unsere Zeit herein und lässt uns etwas ahnen von der Nähe des Herrn, die
allein dem Menschen solche Töne schenken konnte.

Selbst ein scheinbar so äußerlicher Brauch wie das Weihnachtsgebäck hat
seine Wurzeln in der Adventsliturgie der Kirche, die in diesen Tagen des
sinkenden Jahres das herrliche Wort des Alten Testaments aufnimmt:
An jenem Tag werden die Berge Süßigkeit träufeln, und die Flüsse werden
Milch und Honig führen. In solchen Worten hatten die Menschen damals den Inbegriff
ihrer Hoffnungen auf eine erlöste Welt ausgedrückt. Und wiederum war es so,
dass unsere Ahnen Weihnachten als den Tag begingen, an dem Gott wirklich
gekommen ist. Wenn er in der Weihnacht kommt, teilt er gleichsam den Honig
aus. Dann muss es wahr sein, dass die Erde davon fließt; wo er ist, da ist
alle Bitterkeit verschwunden, da stimmen Himmel und Erde, Gott und Mensch
überein, und der Honig, das Honiggebäck, ist Zeichen des Friedens, der
Eintracht und der Freude.

So ist Weihnachten zum Fest des Schenkens geworden, an dem wir den Gott
nachahmen, der sich selber geschenkt und uns damit das Leben noch einmal
gegeben hat, das erst wirklich zur Gabe wird, wenn zur Milch der Existenz
der Honig des Geliebtwerdens kommt, einer Liebe, die von keinem Tod, von
keiner Untreue und von keiner Sinnlosigkeit bedroht ist.

All dies ist schließlich zusammengeströmt in der Freude darüber, dass Gott
ein Kind geworden ist, das uns ermutigt, vertrauend zu sein, wie Kinder es
sind, zu schenken und uns beschenken zu lassen.

Vielleicht fällt es uns schwer, diese Töne der Freude anzunehmen, wenn uns
Fragen quälen, wenn Krankheit des Leibes und seelische Probleme uns
gleichermaßen zusetzen und uns eher dazu drängen, gegen den unbegreiflichen
Gott aufzubegehren. Aber das Zeichen der Hoffnung, das dieses Kind ist, ist
gerade auch den Bedrängten gesetzt. Eben deswegen hat es ein so reines Echo
zu wecken vermocht, dass seine tröstende Kraft auch noch den Ungläubigen ans
Herz rührt.


Benedikt XVI.

Ein Stück Ewigkeit

Vor einigen Jahren lebte in England ein Postangestellter, der schon eine
ganze Reihe an Dienstjahren auf dem Buckel hatte. Jedes Jahr vor Weihnachten
wurde in seiner Dienststelle Strohhalme gezogen, um zu bestimmen, wer den so
genannten ?Nixie-Jungen? spielen musste, was bedeutete, dass ihm alle Briefe
an den Weihnachtsmann am Nordpol ausgehändigt wurden. Nun, in diesem Jahr
zog unser Postangestellter den kürzeren Strohhalm und so machte er sich an
die Arbeit. In der Menge der Briefe fand er unter den vielen Einsendungen
einen Umschlag, dessen Absender er kannte: Walnussstraße Nr. 302. Es war
seine eigene Adresse und der Absender war seine kleine Tochter Miriam. Er
beschloss also, diesen Brief zu öffnen und ihn nicht zu vernichten. In der
Handschrift seiner Tochter las er Folgendes:

Lieber Weihnachtsmann,
wir sind in diesem Jahr alle sehr traurig und ich möchte mir von dir gar
nichts für mich wünschen. Charlie, mein Bruder, ist in der vergangenen Woche
in den Himmel gegangen und ich möchte, dass du, wenn du zu uns kommst, seine
Spielsachen mitnimmst und sie ihm bringst. Ich stelle sie neben den Kamin ?
sein Schaukelpferd, seine Eisenbahn und alles andere. Weißt du, ohne sie
wird er im Himmel nicht wissen, was er machen soll? vor allem ohne sein
Schaukelpferd. Er hat so gern darauf geschaukelt. Darum musst du es ihm
bringen und du brauchst auch für mich nichts dazulassen. Es wäre allerdings
schön, wenn du Vati etwas schenken könntest, damit er aufhört zu weinen. Und
schön wäre es auch, wenn du Mutti etwas schenken könntest, damit auch sie
aufhört zu weinen, Ich habe gehört, wie Vati zu Mutti gesagt hat, nur die
Ewigkeit könnte ihn heilen. Könntest du ihm ein Stück davon mitbringen?

Anonym

 

Die Legende vom vierten König

Außer den drei weisen Männern, die das Kind in der Krippe anbeten wollten,
hatte sich auch noch ein vierter König auf den Weg gemacht.
Drei wertvolle Edelsteine wollte er schenken. Aber weil sein Reittier lahmte, kam er
nicht rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt. Trotzdem machte er sich auf.
Doch er kam zu spät.
Eine arme Mutter, die sich nicht trösten ließ, erzählte ihm von den furchtbaren
Kindermord in in Bethlehem, dem auch ihr Söhnchen zum Opfer gefallen war.
Voller Mitleid schenkte er ihr einen leuchtend roten Edelstein, den er eigentlich dem
Königskinde schenken wollte.
Nach langen Monaten erreichte er Ägypten, aber er fand heraus, dass das Jesuskind
und mit seinen Eltern wieder in die Heimat gezogen war. Diesmal war er Jahre unterwegs.
Überall fragte und suchte er.
Am Rande einer großen Stadt traf er auf einen Aussätzigen, der schon fast verhungert war.
Ihm schenkte er den zweiten Edelstein, damit er sich in Zukunft helfen könne.
Trotz der schließlich dreißig Jahre seines Suchens hatte seine Sehnsucht, den König der
Welt zu finden, eher noch zugenommen. Aber er fühlte auch, wie sein altes Herz die anstrengende
Reise um die halbe Welt nicht mehr lange aushalten würde.
Einem nackten und frierenden Kind schenkte er noch den letzten Edelstein, damit es sich
kleiden und satt essen könne.

Plötzlich wurde es dunkel, dabei war es erst kurz nach Mittag. Die Erde begann zu zittern.
In Todesangst dachte er: »Ist denn mein ganzes Suchen umsonst gewesen?«
Aber da strahlte ihm vom Kreuz ein himmlisches Licht entgegen, und er hörte eine Stimme,
die sprach: »Du hast mich getröstet, als ich jammerte; gerettet, als ich in Lebensgefahr war,
und mich gekleidet, als ich nackt war!«
»Herr, ich? Wo?«
»Was du den Menschen, die in Not waren, getan hast, das hast du mir getan!«
Da gab der vierte König gerne dem Weltenkönig am Kreuz sein Leben zurück;
denn nun hatte er ihn doch noch gefunden!


Es war einmal eine alte Frau, der hatte der liebe Gott versprochen, sie heute zu
besuchen. Darauf war sie nun natürlich nicht wenig stolz. Sie scheuerte und putzte,
buk und tischte auf. Und dann fing sie an, auf den lieben Gott zu warten.

Auf einmal klopfte es an die Tür. Geschwind öffnete die Alte, aber als sie sah, dass
draußen nur ein armer Bettler stand, sagte sie:
»Nein, in Gottes Namen, geh heute deiner Wege! Ich warte eben gerade auf den
lieben Gott, ich kann dich nicht aufnehmen!« Und damit ließ sie den Bettler gehen
und warf die Tür hinter ihm zu.
Nach einer Weile klopfte es von neuem. Die Alte öffnete diesmal noch geschwinder
als beim ersten Mal. Aber wen sah sie draußen stehen? Nur einen armen alten Mann.
»Ich warte heute auf den lieben Gott. Wahrhaftig, ich kann mich nicht um dich
kümmern!« Sprach's und machte dem Alten die Tür vor der Nase zu.
Abermals eine Weile später klopfte es von neuem an die Tür. Doch als die Alte
öffnete - wer stand da, wenn nicht schon wieder ein zerlumpter und hungriger Bettler,
der sie inständig um ein wenig Brot und um ein Dach über dem Kopf für die Nacht bat.
»Ach, lass mich in Ruhe! Ich warte auf den lieben Gott! Ich kann dich nicht bei mir
aufnehmen!« Und der Bettler musste weiterwandern, und die Alte fing aufs neue an zu warten.

Die Zeit ging hin, Stunde um Stunde. Es ging schon auf den Abend zu, und immer
noch war der liebe Gott nicht zu sehen. Die Alte wurde immer bekümmerter.
Wo mochte der liebe Gott geblieben sein? Zu guter Letzt musste sie betrübt zu Bett
gehen. Bald schlief sie ein. Im Traum aber erschien ihr der liebe Gott.
Er sprach zu ihr: »Dreimal habe ich dich aufgesucht und dreimal hast du mich
hinausgewiesen!«

 

Schuster Konrad erwartet den lieben Gott

An diesem Morgen war Konrad, der Schuster, schon sehr früh aufgestanden, hatte seine
Werkstatt aufgeräumt, den Ofen angezündet und den Tisch gedeckt. Heute wollte er nicht
arbeiten, denn er erwartete einen hohen Gast. Den höchsten, den man sich denken kann.
Er erwartete Gott selbst. In der vorigen Nacht hatte Gott ihn im Traum wissen lassen,
dass er ihn besuchen werde.

Nun sass Konrad also in der warmen Stube und wartete. Sein Herz war voller Freude.
Da hörte er draussen Schritte, und schon klopfte es an der Tür. Da ist er, dachte Konrad,
sprang auf und riss die Tür auf. Aber es war nur der Briefträger, der von der Kälte ganz
blau gefrorene Finger hatte und sehnsüchtig nach dem heissen Tee auf dem Ofen schielte.
Konrad liess ihn herein, gab ihm eine Tasse Tee und liess ihn sich aufwärmen. "Danke",
sagte der Briefträger, "das hat gut getan", und er stampfte wieder in die Kälte hinaus.

Sobald er das Haus verlassen hatte, räumte Konrad schnell das Geschirr ab und stellte
saubere Tassen auf den Tisch. Dann setzte er sich wieder ans Fenster und wartete. Es
wurde Mittag, aber von Gott war nichts zu sehen.

Plötzlich erblickte er einen kleinen Jungen, und als er genauer hinsah, bemerkte er, dass
dem Kleinen die Tränen über die Wangen liefen. Konrad rief ihn zu sich. Das Kind
hatte im Gedränge der Stadt seine Mutter verloren und fand nicht mehr nach Hause zurück.
Konrad legte einen Zettel auf den Tisch und schrieb darauf: Bitte warte auf mich. Ich bin
gleich zurück! Er ließ seine Türe einen Spalt offen, nahm den Jungen an der Hand und brachte
ihn heim.
Aber der Weg war weiter, als er gedacht hatte, und so kam er erst heim, als es schon dunkelte.
Als er von Ferne sah, dass jemand in seinem Zimmer am Fenster stand, erschrak er sehr.
Aber dann klopfte sein Herz vor Freude. Nun war Gott doch zu ihm gekommen.
Doch dann erkannte er die Frau. Sie wohnte oben im gleichen Haus. Seit ihr Mann verunglückt
war, lebte sie allein mit ihrem Jungen. Sie sah müde und traurig aus. Konrad erfuhr, dass sei drei
Nächte lang nicht mehr geschlafen hatte, weil ihr kleiner Sohn Petja so krank war. Er lag still da
und das Fieber stieg immer höher. Die Frau tat Konrad leid. Und so ging er mit. Gemeinsam
wickelten sie Petja in feuchte Tücher. Konrad blieb am Bett des kranken Kindes, während die
Frau sich ein wenig ausruhte.

Als er endlich wieder in seine Stube zurückkehrte, war es weit nach Mitternacht. Müde und
enttäuscht legte sich Konrad schlafen. Der Tag war vorüber. Gott war nicht gekommen.
Plötzlich hörte er eine Stimme:
"Danke, dass ich mich bei dir aufwärmen durfte -
danke, dass du mir den Weg nach Hause gezeigt hast -
danke, für den Trost und die Hilfe, die du mir gegeben hast.
Ich danke dir
Konrad, dass ich heute bei dir sein durfte.
Legende aus Russland

 

Seht, ein Stern

Seht, ein Stern erscheint am Himmelszelt,
von Gott besonders auserwählt.
Der Stern möcht´ zeigen uns hienieden,
dass Gott will schenken seinen Frieden.

Seht, ein Kind für uns geboren ist,
sein Name lautet: Jesus Christ.
Der Herr für uns sein Leben gibt,
weil die Menschheit er unendlich liebt.

Seht, ein Gott ist in dem Weltenrund,
der für uns lebt zu jeder Stund.
Er behütet und bewacht,
was seit Ewigkeiten ist erdacht.

Seht, ein Fest ist IHM bereitet,
IHM, der jeden Tag begleitet.
Singen wir voll Fröhlichkeit
mit des Herzens ganzer Dankbarkeit.

(Ingrid Hammel aus Iggingen)

Ein Licht, das leuchten will, muss sich verzehren;
Trost, Licht und Wärme spendend stirbt es still.
Ein Licht, das leuchten will, kann nichts begehren,
als dort zu stehen, wo´s der Meister will.

Ein Licht, das leuchten will, dem muss genügen,
dass man das Licht nicht achtet, nur den Schein.
Ein Licht, das leuchten will, muss sich drein fügen,
für andre Kraft und für sich selbst nichts zu sein.

Ein Licht, das leuchten will, darf auch nicht fragen,
ob´s vielen leuchtet oder einem nur.
Ein Licht, das leuchten will, muss Strahlen tragen,
wo man es braucht, da lässt es seine Spur.

Ein Licht, das leuchten will in Meisters Händen,
es ist ja nichts, als nur ein Widerschein;
des ew´gen Lichtes Glanz darf es uns spenden,
ein Licht, das leuchten will für Gott allein.
(Hedwig von Redern (1866-1935)

Heut beginnt der Advent,
die erste Kerze brennt.
Noch ist ihr Licht bescheiden klein,
doch es leuchtet uns gar fein.

Es folgt nach kurzer Zeit,
zum Brennen stets bereit
das helle Licht der Kerze zwei.
Sie bringt Wärme uns herbei.

Schon mehrt das Licht sich schnell:
Die Dritte ist zur Stell.
Wohlig Ahnen erfüllt den Raum,
jeder träumt bald seinen Traum.

Nun brennt das Kerzenrund.
Vier Flammen machen kund,
dass uns Gottes Sohn hienieden
will schenken seinen Frieden.

Nach dieser Hoffnungszeit
sind wir wohl froh bereit,
Jesus Christus zu empfangen,
seinen Segen zu erlangen.

In heiliger Freude
singen alle Leute
ihr Gotteslob zur Weihnachtszeit,
glückselig; sei auch du bereit!
(Ingrid Hammel Iggingen 2009)

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Geburt und Taufe:


Guter Gott, in dessen Händen jedes Leben ruht:

Schenk diesem Kind helle Augen,
damit es nicht nur das Schöne sieht,
sondern auch den Hilfsbedürftigen.

Schenk diesem Kind wache Ohren,
damit es sich nicht nur an Musik
und freundlichen Stimmen erfreut,
sondern auch dein Wort vernimmt.

Schenk diesem Kind bereite Hände,
damit es nicht nur beim Arbeiten
zupacken kann, sondern auch dort,
wo Hilfe nötig ist.

Schenk diesem Kind ein gutes Herz,
damit es nicht nur Liebe annehmen,
sondern diese auch weiterreichen kann.

Uns allen aber, die wir dieses Kind
auf seinem Lebensweg begleiten dürfen,
schenk deine Geduld und Liebe,
damit wir in guten und bösen Zeiten
zu diesem Kind stehen können.

In jedem Kind träumt Gott den Traum der Liebe.
in jedem Kind wacht ein Stück Himmel auf.
In jedem Kind blüht Hoffnung, wächst die Zukunft.
In jedem Kind wird unsre Erde neu.

 

"Jedes Kind bringt die Botschaft,
dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat."
(Rabindranath Tagore)

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Predigten

 

FRANCESCO DI ASSISI
(Predigt von unserer Gitarristin und Sängerin Gisela 2006 in Altötting)

Neulich ging ich mit einer Freundin auf einem Berg spazieren und in dieser
schönen Umgebung musste ich spontan an meinen Lieblingsheiligen,
den Franziskus, denken.

Ich erzählte ihr vom Leben des Franz von Assisi, von seiner Liebe zur Natur,
meine etwas romantisch angehauchten Vorstellungen von seinem Wirken.

Meine Bekannte ist sehr realistisch, von Beruf Heilerziehungspflegerin und hat
so viel mit psychisch kranken Menschen zu tun. Sie erwiderte auf meine Schwärmerei
ganz trocken: „Du, so einen wie deinen Franziskus würden sie abholen und nach
Ansbach bringen!“ In Ansbach ist nämlich eine psychiatrische Klinik.

Ich musste erst mal schlucken. Franziskus ein Kranker, den man
zwangseinweisen muss??

Ich dachte nach – ja was hat er denn eigentlich gemacht – dieser Heilige, was ihn
so abgedreht erscheinen lässt?
Zuerst einmal war er ganz „normal“, wie wir das so gerne nennen. Er war angepasst,
schwamm mit der Masse mit. Er war Sohn eines reichen Kaufmanns, schlug etwas
über die Stränge, was junge Leute halt so machen und zog in den Krieg, ein Held eben.
Das war ja noch die Zeit, in der er nicht unangenehm auffiel.

Und dann, was ist dann passiert, dass er aus dieser Schiene „was sich halt gehört"
ausbrach?
Darüber können wir nur spekulieren. Es wird auf jeden Fall berichtet, dass der junge
Francesco 1202 im Krieg zwischen Assisi und Perugia ein ganzes Jahr in einem dunklen
Kerker als Gefangener mit anderen verbracht hat. Er hatte selbst dort nie seine
bekannte Lebensfreude verloren und kehrte dann 1203 als König der Feste nach Assisi
zurück. Allseits bekannt und beliebt.

1205 war er dann wieder auf dem Weg zu einem 2. Krieg gegen Süditalien, als er in
einem Traum aufgefordert wurde, nach Assisi zurückzukehren und dem Herrn zu
dienen. Auf dem Rückweg begegnete er einem Aussätzigen. Zuerst empfand er Ekel,
doch dann überwandt er sich und gab dem Kranken einen Kuss und schenkte ihm Geld.

Sein Wandel beginnt.....

In Assisi sucht er erst einmal die Einsamkeit, er muss nachdenken.
Irgendetwas passiert da in ihm ...
.... und da hört er eine Stimme in der verfallenen Kirche von San Damiano vom Kreuz
zu ihm sprechen: „Francesco, geh und baue meine Kirche wieder auf. Sie zerfällt.“

War das jetzt wirklich so oder vielleicht würde man heute denken, der hatte halt eine
Kriegsneurose. Gefangenschaft, die Schrecken des Krieges – da hört man schon mal
seltsame Stimmen.

Francesco spürte aber tief in seinem Innern, dass da Gott zu ihm sprach.
Er verkaufte die Stoffe und Waren seines Vaters, um dieses Geld zum Wiederaufbau
dieser kleinen Kirche zu verwenden. Sein Vater war natürlich außer sich und sperrte
seinen Sohn mehrere Tage in ein dunkles Loch.
Seine Mutter befreite ihn jedoch und Francesco ging wieder nach San Damiano,
um in sich zu gehen und Gott wahrzunehmen.
Während dieser Zeit befreite er sich wohl von allen inneren Fesseln, die ihn an sein
bisheriges Leben banden. Daraufhin verzichtet er öffentlich vor dem Hause des Bischofs
auf sein Erbe, gibt seinem Vater das ganze Geld zurück, zieht sich nackt aus und legt
die Kleider vor die Füße des Vaters.
Seine Gottesbeziehung ist so tief, dass es für ihn nur noch einen Vater gibt – und das
ist unser himmlischer Vater.
Er legt alle inneren und äußeren Bindungen an diese Welt mit dieser Geste ab.

Heilig – mehr kann ich dazu nicht sagen.

Und doch denke ich, dass alle anwesenden Eltern hier, einschließlich mir,
"schrecklich" sagen würden. Wenn das mein Kind machen würde. Ist das wirklich
christlich, mich und meine Familie vor der ganzen Stadt lächerlich zu machen?!

Die andern Leute würden wahrscheinlich sagen, der ist ja völlig durchgeknallt.
Oder wie meine Bekannte: „Der gehört in eine Anstalt!“

Vielleicht erfordert manchmal Heiligkeit oder Gottesnachfolge radikale Verände-
rungen oder ein Umdenken in unserm Leben!

Francesco konnte nicht anders. Er war so durchdrungen von Gott, von seiner Liebe,
von Heiligkeit, dass er nur diesen Weg gehen konnte. Den Weg der Gottesnähe.
Er musste sich von allem lösen, das ihn von Gott entfernte.
Dazu gehört sicher sehr viel Mut.
Er konnte nicht anders, als in allem Gott zu sehen, seine Liebe zu spüren und so
konnte er auch nur alles lieben, weil in allem Gott ist.

Seine Liebe zum Nächsten, zur Natur, zu den Tieren, wie wir sie so wundervoll
im Sonnengesang hörten , ist seine Gefühl für Gott. Gott schenkt uns jede Blume,
das Wasser, die Sonne, das Feuer, den Mitmenschen, alles ist ein Geschenk der
Liebe an uns...... und wie könnten wir dann anders, als alles zu lieben.

Wenn wir dieses tiefe Begreifen, dieses tiefe Spüren Gottes in allem erkennen,
wird unser ganzes Leben wie ein Wunder beseelt.


Wir müssen wirklich nicht alle den radikalen Weg der Heiligkeit wie
Franz von Assisi beschreiten. Aber schon dann und wann die alltäglichen
Wunder der Liebe Gottes erspüren, wird unserem Leben einen viel tieferen Sinn
geben.

Befreien wir uns doch von den Zwängen der Gesellschaft, die uns immer
wieder an der alltäglichen Gotteserfahrung hindern. Unterstellen wir uns doch
als erstes Gottes Gesetz, dem Gesetz der allumfassenden Liebe.
So werden wir erkennen, dass nicht nur das Geldverdienen wichtig ist, sondern
die Freude des Seins.
Wir werden dem Mitmenschen nicht nur Höflichkeit entgegenbringen, sondern
wirkliche Liebe und Anteilnahme.
Wir werden begreifen, dass wir nicht nur zum Vergnügen hier auf Erden sind,
sondern um Gottes Liebe spüren zu dürfen und uns daran zu freuen, dass wir
nicht nur zum Essen und Trinken da sind, sondern auch, um unseren Geist zu nähren,
dass die Natur nicht nur entspannend ist, sondern wir dort Gottes Atem spüren
und in allem ihm begegnen.

Zum Schluss sollten wir uns vielleicht noch fragen, wie es wohl wäre, wenn uns
heute ein Franz von Assisi begegnen würde.
Würden wir ihn wegsperren oder würden wir Christen seine Heiligkeit erkennen.
Oder was wäre, wenn unser Herr Jesus Christus selbst wieder leibhaftig auf Erden
wandeln würde, hätte er einen Platz in unserer Mitte?

 

Pfingstpredigt 2001 von Lydia Pfefferer für den Gottesdienst in Altötting

Liebe Kinder, Jugendliche und Mitchristen!

Wer von uns lässt sich nicht gerne beschenkten?!

Ist ein Geschenk schön verpackt, für uns im ersten Moment unsichtbar, so sind wir
mächtig gespannt, was es wohl sein wird.
Neugierig machen wir uns an die Aufgabe, das Geschenk auszupacken. Manchmal
ist das ganz schön schwierig und erfordert viel Mühe und Zeit, die vielen Knoten
und Verknüpfungen des Geschenkbändchens zu lösen.
Heute am Pfingstfest erinnert uns die Bibel an ein ganz besonderes Geschenk Gottes,
nämlich an seinen Heiligen Geist.
Mancher könnte nun sagen: Wieso schenken! Er sandte uns halt seinen Hl. Geist.
Doch bereits im Buch Jesaja wird uns erzählt, dass dieser Hl. Geist nicht einfach so
zu uns Menschen kommt; nein, er kommt mit seinen 7 Gaben zu uns:
Mit der Gabe der Weisheit und der Einsicht,
des Rates und der Stärke,
der Erkenntnis, der Gottesfurcht und der Frömmigkeit.

Wie könnte unser Leben aussehen, wenn wir diese Geschenke des Heiligen Geistes
annehmen würden, wenn wir diese Gaben nicht in eine dunkle Ecke abstellen,
sondern sie auf uns wirken lassen würden?

3 Gaben des Hl. Geistes möchten wir jetzt mit Szenen aus unserem Alltag in Verbin-
dung bringen.
Vielleicht entdeckt Ihr Euch in der einen oder anderen Situation:

1. Szene - Die Gabe der Einsicht:

3 Alltagsszenen:

Oma ist gestorben. Mama sagt, Oma sei jetzt im Himmel.
Aber, wo ist denn der Himmel?
Wo wohnt Gott?
Viele Fragen und Tränen...
Das Geheimnis des Todes.

So ist es manchmal: nichts als Hektik und Streß, keiner ist zufrieden, alles läuft schief.
Man kommt nach Hause - auch dort nur lange Gesichter.
Die Kinder streiten.

"Ich kann nicht klagen. Unsere Kinder sind eigentlich ganz in Ordnung. Sie lernen, arbeiten, helfen, ja,
sogar das Chaos in ihrem Zimmer hält sich in Grenzen.
Nur am Sonntag in die Messse gehen sie nicht!
Freiheit - was kann man tun?"

MIT EUCH UND FÜR EUCH BITTE ICH DEN HEILIGEN GEIST,
DASS ER EUCH DIE GABE DER EINSICHT SCHENKT!

Wenn uns der Hl. Geist die Gabe der Einsicht schenkt, werden wir aufmerksam, hellhörig
für Gottes Wort, in dem wir Licht und Vertrauen finden. Es offenbart uns die Liebe des
Vaters im Himmel, der sich unser annimmt und seine Kinder rettet.
Das Kind, das um die Oma trauert, beginnt zu ahnen:
Die Oma lebt bei Gott. Sie ist mit Jesus zusammen, der gesagt hat:
"Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt."

Mitten in der Hektik des Alltags hören wir Jesu Wort:
"Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt. Bei mir findet ihr Ruhe!"
Du spürst, Jesus steht dir als Freund zur Seite; er kennt deine Mühen und er schenkt dir
Gelassenheit und Frieden.

Die Eltern, die sich mit dem Gedanken quälen, die Kinder nicht richtig zum Glauben erzogen
zu haben, erreicht Jesu Verheißung:
"Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen!"
Jesus ist da. Er zieht auf irgend eine Weise doch jeden zu sich. Seine Wege sind oft nicht
unsere Wege.

2. Szene - Die Gabe der Erkenntnis:

2 Alltagsszenen:

"Meine Alten sind oft ganz schön nervig. Wenn sie anfangen zu erzählen, wie es früher
war, dann kann man echt die Krise kriegen! Früher war alles leichter, schöner, besser.
Früher waren die Leute noch ehrlich. Die Kinder gehorchten, die Kirchen waren voll
und Priester waren noch richtige Priester.
Bin ich vielleicht in einer falschen Zeit geboren?
Ganz zu schweigen von der Zukunft.
Wenn man hört, wie sie die ausmalen, möchte man davonlaufen!"

"Neulich klingelten die Zeugen Jehovas.
In der Wohnung unter mir betet ein Moslem auf seinem Gebetsteppich.
Die Tochter unseres Nachbarn war lange fort. Jetzt ist sie wieder da, sonderbar
gekleidet, mit einem esoterischen Touch.
Auf engstem Raum gibt es unterschiedliche Formen, Gott zu suchen, zu ihm zu beten.
Wer findet sich da noch zurecht?"

MIT EUCH UND FÜR EUCH BITTE ICH DEN HEILIGEN GEIST,
DASS ER EUCH DIE GABE DER ERKENNTNIS SCHENKT.

Die Erkenntnis, die der Hl. Geist uns schenkt, ist eine bestimmte Sicht der Wirklichkeit.
Sie ist die Konsequenz aus der Begegnung mit Jesus, der unser Herz und unser Leben
verwandelt. Er offenbart uns die Wahrheit.
Wieso hängen wir an der Vergangheit, schauen so voller Verzweiflung in die Zukunft?
Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde, die es zu leben gilt.
Gott schenkt uns jeden Augenblick nur einmal im Leben. Wenn wir dies wissen, so ist
jeder Augenblick wichtig und wir können versuchen, ihn bewußt in Jesu Liebe zu leben
und diese Liebe auch den anderen zu schenken - egal in welcher Zeitepoche wir leben.
Die Gabe der Erkenntnis zeigt uns aber auch, wie wertvoll, befreiend und hoffnungsvoll
unser Glaube ist.
Der Christ lebt im Vertrauen, in der Freude und in der Liebe.
Jesus sagt: Wir sind seine Brüder. Gott ist unser Vater.
Jesus sagt aber auch: Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.
Gibt es eine größere Liebe, als die, wenn jemand für uns sein Leben schenkt?

3. Szene - Die Gabe der Stärke

2 Alltagsszenen:

Jugendlicher:
Irgendwann war es mir einfach zu dumm, immer ausgelacht zu werden, wenn ich in die
Kirche gegangen bin. Schließlich wollte ich ja meine Freunde nicht verlieren.
In der Clique machen sie sich ja sowieso oft lustig über mich, weil ich mir oft viele
Gedanken mache, meist nicht soviel Alkohol trinke und auch nicht rauche. Deshalb
mache ich immer öfter Dinge mit, die nicht gut sind - eigentlich weiß ich das, doch ich
möchte einfach dazugehören.

Erwachsener:
"Wenn sie unbedingt einen Fernseher im Zimmer haben will, soll sie ihn haben. Ich bin
dieses ewige Gejammer langsam leid!"
Das war der Schlußpunkt wochenlanger Diskussionen, genauer: wochenlanger Streitereien.
Denn nicht Argumente, sondern lange Gesichter, ewiges Geschimpfe und feindseliges
Schweigen waren die Kampfmittel unserer Tochter. Zudem haben auch ihre Freundinnen ein
Gerät im Zimmer.
Vor unserer Hochzeit wollten wir gar keinen Fernseher. Mittlerweile haben wir drei.
Ich weiß sehr wohl, dass es unserer Tochter nicht gut tut. Aber irgendwann hatte meine
Geduld ein Ende und ich habe halt nachgegeben.

MIT EUCH UND FÜR EUCH BITTE ICH DEN HEILIGEN GEIST,
DASS ER EUCH DIE GABE DER STÄRKE SCHENKT!

Im Sinne Gottes stark sein heißt: im Glauben treu bleiben, ohne sich von gängigen
Meinungen, von einem modischen Egoismus oder einfach von dem, was alle machen,
irre führen zu lassen.
Der verunsicherte Jugendliche merkt irgend wann, wie faszinierend und bereichernd
es ist, nicht immer mit der Herde mitzulaufen, die ständige Sorge abzulegen, er könne
zum Außenseiter werden.
Wenn er sich selbst treu bleibt, wird er ganz sicher mehr geachtet werden, als wenn er
nur immer andere nachahmt, um "IN" zu sein. Und, er wird Freunde finden, die es wert
sind, so genannt zu werden.
Jesus sagt ganz klar: "Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es
aus und wirf es weg!"
Er fordert von uns kompromißlos eine treue und entschiedene Liebe zum Guten, die
sich in keiner Weise auf das Schlechte einläßt.
Sollten wir nicht schon deshalb Gelegenheiten meiden, die Schlechtes in uns wecken?"

Die Gabe der Stärke formt in uns Eltern und Erzieher eine Weisheit, die sich nicht von
Launen und Frustrationen beeinflussen lässt. Wir werden lernen, unseren Kindern geduldig
zuzuhören, sie zu verstehen.
Doch wir werden mit Gottes Hilfe die Kraft haben, nicht zu allem JA zu sagen, wenn wir
genau wissen, dass es für das Kind nicht gut ist. Die Kinder spüren schnell, dass es nichts
nützt, ein langes Gesicht zu machen oder sich zu ereifern. Gewiß ist dies nicht leicht, doch
im Grunde wissen sie: Da haben die Eltern recht. Und, die schlechte Laune wird sicher
auch vergehen...
Es gibt Entwicklungsphasen, die für alle schwierig sind. Doch auf eine unerschöpfliche Quelle,
die Kraft und Licht schenkt, können christliche Eltern immer vertrauen: auf das Gebet für die Kinder.

Wie viele große Dinge kann der Heilige Geist in uns wirken, wenn wir nur bereit sind,
seine Gaben offen und voll Freude anzunehmen.
Möge der Heilige Geist immer in uns sein und unserem Leben einen ganz tiefen Sinn geben.

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Friedensgruß:

dem da oder der Friedensgruß:

dem da

ganz vorne

dem da

mehr in der Mitte

dem da

ganz hinten

dem da

der mich auslacht

dem da

der mich verhöhnt

dem da

der mich verachtet

dem da

den ich nicht verstanden habe

dem da

der mich nie verstehen wollte

dem da

den ich hasse

dem da

der mich mit Füßen tritt

dem da

der mich am liebsten unschädlich machen möchte

ja, genau dem möchte ich die Hand reichen und den Frieden schenken!

 

Ein bißchen mehr Frieden und weniger Streit,
ein bißchen mehr Güte und weniger Neid,
ein bißchen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bißchen mehr Wahrheit, das wäre doch was!
Statt soviel Unrast ein bißchen mehr Ruh,
statt immer nur Ich - ein bißchen mehr Du,
statt Angst und Hemmung ein bißchen mehr Mut
und Kraft und Handeln, das wäre doch gut,
kein Trübsinn und Dunkel - mehr Wärme und Licht,
kein quälend Verlangen - ein frohes Verzicht
und viel mehr Blumen, solange es geht,
nicht erst auf den Gräbern, da blüh´n sie zu spät!

 

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Glaube:

Ich glaube an Gott, der Liebe ist
und der uns aus Liebe geschaffen hat.
Unsere Gedanken können ihn nicht erfassen,
er ist das unbegreifliche Geheimnis,
das verborgen in der Welt gegenwärtig ist.
Das Leiden und das Rätsel des Daseins sind offene Fragen an ihn.
Doch seine Herrschaft,
das Reich der Gerechtigkeit, der Freude und der Güte
kommt auf uns zu
und wird bei uns sichtbar.

Ich glaube an Jesus Christus,
die menschgewordene Liebe Gottes.
Er hat in Wort und Tat
gerade den Armen und den Geringsten
seine Zuwendung geschenkt.
Sein Kreuz ist das äußerste Zeichen
seines Daseins für uns.
Seine Auferweckung bedeutet Hoffnung für alle,
die von Menschen zerschlagen oder fallengelassen worden sind.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
den Geist der Liebe.
Er weht, wo er will,
er gibt Leben und stiftet Gemeinschaft.
Er sammelt die Kirche aus allen Sprachen und Völkern
als Vorläufer des einen Gottesvolkes,
zu dem alle Menschen gehören sollen.
Ich hoffe auf das Leben in Fülle,
das heute schon unter uns beginnt.
Amen.
(Georg Schneider)

 

Ich glaube an Gott, den Vater aller,
der das Land allen gegeben hat und jeden Menschen auf gleiche Weise liebt.

Ich glaube an Jesus Christus,
der kam, um uns Mut zu geben und uns von unseren Sünden zu erlösen,
uns von aller Unterdrückung zu befreien
und Gottes Frieden der ganzen Menschheit zu verkünden.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
der in jedem Mann und in jeder Frau guten Willens wirkt.
Er hat sich selbst der Welt geschenkt
und bringt jeder Nation das Leben Gottes.

Ich glaube an die Kirche,
die wie ein Leuchtturm für alle Nationen errichtet wurde
und vom Heiligen Geist geführt wird,
um allen Völkern zu dienen.

Ich glaube, dass am Ende der Zeit Gott die Sünde in jedem von uns vernichtet
und, dass alle Menschen an seinem ewigen Leben teilhaben werden.

Ich glaube trotz allem an eine neue Menschlichkeit
und, dass Gott selbst einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird,
wo Liebe, Frieden und Gerechtigkeit blühen werden.


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Gebete:

 

Zur Mutter von der immerwährenden Hilfe

Jungfrau, Mutter Gottes mein,
laß mich ganz Dein eigen sein!
Dein im Leben, Dein im Tod,
Dein in Unglück, Angst und Not,
Dein in Kreuz und bitt'rem Leid,
Dein für Zeit und Ewigkeit.

Jungfrau, Mutter Gottes mein,
laß mich ganz Dein eigen sein!
Mutter, auf Dich hoff' und bau' ich.
Mutter, zu Dir ruf' und seufz' ich.
Mutter, Du Gütigste, steh mir bei.
Mutter, Du Mächtigste, Schutz mir leih'.

O Mutter, so komm, hilf beten mir!
O Mutter, so komm, hilf streiten mir!
O Mutter, so komm, hilf leiden mir!
O Mutter, so komm und bleib bei mir!

Du kannst mir ja helfen, o Mächtigste!
Du wirst mir auch helfen, o Gütigste!
Du mußt mir nun helfen, o Treueste!
Du willst mir auch helfen, Barmherzigste!

O Mutter der Gnade, der Christen Hort!
Du Zuflucht der Sünder, des Heiles Port!
Du Hoffnung der Erde, des Himmels Zier!
Du Trost der Betrübten, Ihr Schutzpanier!

Wer hat je umsonst Deine Hilf' angefleht?
Wann hast Du vergessen ein kindlich Gebet?
Drum ruf' ich beharrlich in Kreuz und in Leid!
Maria hilft immer! - Sie hilft jederzeit!
 

Ich ruf' voll Vertrauen in Leiden und Tod:
Maria hilft immer - in jeglicher Not!
So glaub' ich - und lebe und sterbe darauf.
Maria hilft mir in den Himmel hinauf.

 

 

„Mein Gott, ich liebe dich, und mein einziger Wunsch ist es,
dich bis zu meinem letzten Atemzug zu lieben.

Ich liebe dich, o du unendlich liebenswerter Gott,
und ich sterbe lieber in deiner Liebe,
als auch nur einen Augenblick ohne sie zu leben.

Herr, ich liebe dich, und die einzige Gnade, um die ich dich bitte,
ist, dich ewig lieben zu dürfen.

Mein Gott, da ich dir mit meiner Zunge
nicht unaufhörlich sagen kann, daß ich dich liebe,
will ich, daß es dir mein Herz so oft wiederholt,
wie ich atme.

Ich liebe dich, mein göttlicher Erlöser,
denn du wurdest für mich gekreuzigt,
und hältst mich hier unten fest, gekreuzigt mit dir.

Mein Gott, schenke mir die Gnade, in deiner Liebe
und in der Gewißheit, daß ich dich liebe, zu sterben.“ Amen.

 

 

Herr Jesus, im Schweigen dieses anbrechenden Morgen komme ich zu dir
und bitte dich mit Demut und Vertrauen um deinen Frieden, deine Weisheit und deine Kraft.
Gib, dass ich heute die Welt betrachte mit Augen die voller Liebe sind,
lass mich begreifen, dass alle Herrlichkeit der Kirche aus deinem Kreuz als deren Quelle entspringt.
Lass mich in meinem Nächsten den Menschen empfangen, den du durch mich lieben willst
und gib mir die Bereitschaft ihm mit Hingabe zu dienen
und alles Gute, das du in ihn hineingelegt hast zu entfalten.

Meine Worte sollen Sanftmut ausstrahlen und mein ganzes Verhalten soll Frieden stiften.
Nur jene Gedanken, die Segen bringen, sollen in meinem Geiste haften bleiben.
Verschließe meine Ohren vor jedem übelwollenden Wort und jeder böswilligen Kritik.
Meine Zunge möge nur dazu dienen das Gute hervorzuheben.
Vor allem bewirke oh Herr, dass ich so voller Frohmut und Wohlwollen bin,
dass alle die mir begegnen deine Gegenwart und deine Liebe spüren.
Bekleide mich mit dem Glanz deiner Güte und deiner Schönheit,
damit ich dich im Verlauf dieses Tages offenbare.
Amen.

hl. Miriam v. Abellin

„Lieber Jesus,
leider ist mein Leben nicht so gelaufen wie DU es für mich erdacht hattest.
Ich habe in vielen Dingen Glück, Anerkennung und Zufriedenheit gesucht.
Doch nirgendwo fand ich meine Erfüllung.
Menschen haben mich enttäuscht und verletzt.
Mit Dir will ich einen Neuanfang machen, DIR will ich vertrauen.
Ich habe nun erkannt, dass nur DU mir wahren Frieden schenken kannst
und dass ich nur durch DICH den Sinn des Lebens erkennen werde.
Ich weiß nun, dass ich ein KIND GOTTES bin, bitte führe mich zu meiner
Aufgabe, die DU für mich bestimmt hast. Ich möchte DIR danken, dass Du auch
für meine Sünden gestorben bist und DU mich so wahrhaftig frei gemacht hast.
DU willst mir geben, was kein Mensch mir geben kann.
Ich will dieses Geschenk jetzt annehmen mit dem sicheren Gefühl, ich bin errettet
in alle Ewigkeit, weil ich durch DICH und mit DIR den Sinn des Lebens gefunden habe.
Bitte zeige DU mir den Weg und bleibe bei mir alle Tage meines Lebens, Amen"

Denk du in mir o Jesus,
dann denk ich licht und klar.
Sprich du aus mir o Jesus,
dann sprech ich gut und wahr.

Wirk du in mir o Jesus,
gerecht ist dann mein Tun,
geheiligt meine Arbeit,
geheiligt auch mein Ruhn.

Erfüll mein ganzes Wesen,
durchdring mein ganzes Sein,
dass man aus mir kann lesen
die große Liebe dein.
Amen

 

Heiliger Erzengel Michael,

verteidige uns im Kampfe;

gegen die Bosheit und die Nachstellungen

des Teufels, sei unser Schutz.

'Gott gebiete ihm', so bitten wir flehentlich;

du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,

stoße den Satan und die anderen bösen Geister,

die in der Welt umherschleichen,

um die Seelen zu verderben,

durch die Kraft Gottes in die Hölle.

Amen.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man haßt,
dass ich verzeihe, wo man beleidigt,
dass ich verbinde, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht,
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert,
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt,
wer sich selbst vergißt, der findet,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
(Hl. Franz von Assisi)

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.
(Hl. Nikolaus von der Flüe)

 

Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken.
Alles geht vorüber.
Gott allein bleibt derselbe.
Gott allein genügt.
(Hl. Theresia von Avila)

 

Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke.
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe.
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte.
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere.
(Hl. Augustinus)

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Trauer:

1. Teil: Gedichte und Gebete:

Möglicherweise
ist ein Begräbnis unter Menschen
ein Hochzeitsfest unter Engeln.
(Khalil Gibran)

 

"Du kannst dein Leben nicht verlängern,
nur vertiefen.
nicht dem Leben mehr Jahre,
aber den Jahren mehr Leben geben."

 

An meinem Grabe

Da steht ihr nun, wollt mich betrauern,
ihr glaubt, dass ich hier unten bin.
Ihr mögt vielleicht zunächst erschauern -
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet -
mein Körper mag hier unten sein.
Doch während die Musik noch schallet,
bin ich schon lange nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele - sicherlich -
doch achtet drauf, wie schön sie sind
und eins der Blätter - DAS BIN ICH!

Seht die Wolken am Himmel ziehen?
Schaut ihnen zu und denkt an mich.
Das Leben war doch nur geliehen
und eine Wolke - DAS BIN ICH!

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen - meisterlich -
ich bin so fröhlich grad wie diese
und einer davon - DAS BIN ICH!

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen,
denn eine Welle - DAS BIN ICH!

Blumen erblühen in all ihrer Pracht,
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume - DAS BIN ICH!

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert,
denn eure Freude - DAS BIN ICH!
Heinz Rickal - www.trauerspruch.de

 

Du kannst weinen weil sie gegangen ist
oder du kannst lächeln weil sie gelebt hat.

Du kannst die Augen schließen
und dafür beten dass sie zurückkommt,

oder du kannst sie öffnen
und all das ansehen, was sie zurückgelassen hat.

Dein Herz kann leer sein weil du sie nicht mehr siehst,
oder es kann voll von Liebe sein die du mit ihr geteilt hast.

Du kannst weinen, Deine Seele verschließen,
die Leere spüren und allem dem Rücken zuwenden,

oder du kannst das machen, was sie gewollt hätte:
lächeln, die Augen öffnen, lieben und weiterleben.


Einen Menschen,

in dem dir die Liebe begegnet ist,
kannst du nicht wirklich verlieren,
auch wenn er sich wieder
von dir trennen muss.

Denn er wird nicht gehen,
ohne etwas von dir mitzunehmen
und etwas unsagbar Schoenes
in dir zurueckzulassen: das stille Wissen,
dass eure Seelen sich nun so nah sind
wie nie zuvor.

Unsere Liebe wird all das bewahren,
was wir fuer einander gewesen sind

„Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann, und man soll
es auch gar nicht versuchen.
Man muss es einfach aushalten und durchhalten.
Das klingt zunächst sehr hart, doch ist es zugleich ein großer Trost.
Denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man auch durch sie miteinander verbunden.
Es ist verkehrt wenn man sagt: Gott füllt die Lücke aus.
Er füllt sie gar nicht aus, sondern hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch,
unsere echte Gemeinschaft - wenn auch unter Schmerzen - zu bewahren.


Je schöner und voller Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung
.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich."
(
Dietrich Bonhoeffer)

 

Alle müssen sterben!
Du musst sterben!
Ich muss sterben!

Ich weiß nicht WANN
ich weiß nicht WO,
ich weiß nicht WIE.
Aber eines weiß ich:
Ich falle immer in die offenen Hände unseres barmherzigen Gottes.

Vater, bitte gib den Hinterbliebenen
die Kraft weiterzuleben,
die Hoffnung, dass sie alle geliebte Menschen wiedersehen
und den Glauben, der alles mit sich bringt.
(Fürbitte unserer Mitsängerin Sonja Frankl)

 

TOD
Nichts ist so endgültig.
Nichts ist so unwiderruflich.
Nichts ist so absolut.
Nichts ist so wie der TOD.
Immer zu früh?
Für wen?
Für die Lebenden?
Für manche von den Lebensqualen erlöst
für den Toten - vielleicht eine Befreiung.
(Astrid Trauernicht)

 

Unsere Toten sind nicht abwesend,
sondern nur unsichtbar.
Sie schauen mit ihren Augen voller Licht
in unsere Augen voller Trauer.
Alles ist anders. Nichts hat mehr Bestand.
Augustinus

 

Und immer sind da die Spuren deines Lebens,
Gedanken und Augenblicke,
Sie erinnern uns an dich,

machen uns glücklich,
machen uns traurig
und
lassen uns dich nicht vergessen.
Der Tod ist das Tor zum Licht
am Ende eines mühsam gewordenen Weges,
der endet in den liebenden Armen eines barmherzigen Gottes.


Wenn Ihr mich sucht,
sucht mich in Euren Herzen,
wenn Ihr mich dort findet,
dann lebe ich in Euch weiter
.

 

Der Weg war zu steinig,
der Berg zu hoch,
die Kraft zu schwach
und der Atem zu kurz.
Da nahm dich Gott in seine barmherzigen Arme.

 

„Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es Dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!“

 

Alles hat seine Zeit.
Es gibt die Zeit der Freude,
eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes, der Trauer
und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

 

Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
das ist eine köstliche,
eine wunderbare Sache.
(Hermann Hesse)


Und immer sind irgendwo Spuren deinesLebens:
Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle.
Sie werden uns immer an dich erinnern
und dich uns nie vergessen lassen.

 

Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man durch den Tod nicht verlieren!

 


Ich gehe weiter, nur ein wenig weiter.
Geh in Gottes Freude, geh in Gottes Licht hinein.
Ich war viele Jahre euer Begleiter.
Doch nun geh ich weiter, um bei meinem Herrn zu sein.


« An die, die ich liebe...
und die, die mich lieben »

Wenn ich nicht mehr da bin, dann lasst mich los,
Lasst mich gehn!
Ich habe so viele Dinge zu tun und zu sehn.
Weint nicht wenn ihr an mich denkt.
Seid dankbar für die schönen Jahre.

Ich gab euch meine Freundschaft.
Ihr könnt nur erahnen, welches Glück ihr mir gegeben habt.
Ich danke euch für die Liebe, die ihr mir jeder erwiesen habt.

Jetzt ist es Zeit allein zu reisen.
Während einiger Zeit werdet ihr leiden.
Die Zuversicht wird euch stärken und euch Trost bringen.
Wir werden für einige Zeit getrennt sein.
Lasst es zu, dass gute Erinnerungen euren Schmerz lindern.
Ich bin nicht weit und das Leben geht weiter...

Wenn ihr es braucht, dann ruft mich und ich werde kommen,
auch wenn ihr mich nicht sehen oder berühren könnt, ich werde da sein
und wenn Ihr in eure Herzen lauscht, werdet ihr sie deutlich fühlen,
die Süße der Liebe, die ich euch bringe.
Und wenn es Zeit ist für euch zu gehen,
werde ich da sein um euch willkommen zu heißen,
bar meines Körpers, gegenwärtig mit Gott.

Geht nicht an mein Grab um zu weinen.
Ich bin nicht da, ich schlafe nicht.
Ich bin tausend Winde die wehen.
Ich bin das Funkeln der Schneekristalle.
Ich bin das leuchtende Gold der Weizenfelder.
Ich bin der sanfte Regen im Herbst.
Ich bin das Erwachen der Vögel in der Morgenstille.
Ich bin der Stern, der in der Nacht erstrahlt.

Geht nicht an mein Grab um zu weinen.
Ich bin nicht da.
Ich bin nicht tot.
Ich bin immer in euren Herzen,
in dem Raum, den Gott mir in euch schenkt.

 


Der Segen der Trauernden

Gesegnet seien alle die mir jetzt nicht ausweichen.
Dankbar bin ich für jeden, der mir einmal zulächelt
und mir seine Hand reicht,
wenn ich mich verlassen fühle.

Gesegnet seien die,
die mich immer noch besuchen,
obwohl sie Angst haben,
etwas Falsches zu sagen.

Gesegnet seien alle, die mir erlauben
von dem Verstorbenen zu sprechen.
Ich möchte meine Erinnerungen nicht totschweigen.
Ich suche Menschen, denen ich mitteilen kann, was mich bewegt.

Gesegnet seien alle, die mir zuhören,
auch wenn das, was ich zu sagen habe,
sehr schwer zu ertragen ist.

Gesegnet seien alle, die mich nicht ändern wollen.
sondern geduldig so annehmen, wie ich jetzt bin.

Gesegnet seien alle, die mich trösten
und mir zusichern, dass Gott mich nicht verlassen hat.


Oh Herr, birg Du uns alle in Deiner Hand;
nimm Du Dich unserer an.
Bei Dir bleiben wir - ganz gleich, ob wir noch leben oder gestorben sind.
von Marie-Luise Wölfing

Ich leihe euch für eine Zeit
ein Kind von mir, sprach Gott.
Liebt es, solang sein Leben währt,
bedauert seinen Tod.

Es kann sechs, sieben Wochen nur
auch dreißig Jahre sein,
doch wollt ihr es auf Widerruf
an meiner Statt betreuen?

Es ist so lieb und habt ihr es
auch nur für kurze Zeit,
So bleibt euch die Erinnerung
als Trost in eurem Leid.

Versprechen kann ich nicht wie lang -
und wann das Urteil fällt,
damit das Kind so manches lehrt
da drunten auf der Welt.

So wird auf Abruf dieses Kind
jetzt in die Welt geführt,
damit die Lehre, die ich gesandt
euch an der Seele rührt.

Aus dem Nachlass einer 82-jährigen Bäuerin:
"Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
würde ich mir nicht mehr so viele Sorgen um Kleinigkeiten machen.
Ich würde mir öfters Zeit nehmen für die Menschen und die Dinge,
die mir wirklich wichtig sind.
Ich würde mich öfters auf die Hausbank setzen und zu den Sternen des
Himmels aufschauen.
Ich würde öfters über die Felder gehen und die Sonne spüren, den Schnee
und den Wind.
Ich würde meine Gefühle wichtiger nehmen, würde öfters lachen und auch
weinen.
Ich würde meine Mahlzeiten nciht mehr so hastig und gedankenlos versclingen,
sondern mit tiefer Dankbarkeit für alles, was da ist.
Ich würde jeden Tag annehmen als einmaliges, nie wiederkehrendes Geschenk.
Ich würde euch, meinen Kindern und Enkeln, nicht mehr so viele Ratschläge
geben, sondern mehr darauf vertrauen, dass ihr euch schon in rechter Weise
entwickeln werdet.
Ich würde in euch den Glauben an einen Gott wecken, einen Gott, der mich
und die Meinen durch all unsere Irrtümer und Fehler, durch all unsere Freuden
und Erfolge begleitet,
einen Gott, der dort, wo wir schuldig geworden sind, diese Schuld mit uns trägt,
der uns im Auf und Ab des Lebens Hilfe und Stütze ist..."

An meinem Grabe
Da steht ihr nun, wollt mich betrauern,
ihr glaubt, dass ich hier unten bin.
Ihr mögt vielleicht zunächst erschauern -
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet,
mein Körper mag hier unten sein.
Doch während die Musik noch schallet,
bin ich schon lange nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele - sicherlich,
doch achtet darauf wie schön sie sind
und eins der Blätter - das bin ich.

Seht die Wolken am Himmel ziehen?
Schaut ihnen zu und denkt an mich.
Das Leben war doch nur geliehen
und eine Wolke - das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt geschaffen - meisterlich,
ich bin so fröhlich grad wie diese
und einer davon - das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen,
denn eine Welle - das bin ich.

Blumen erblühen in all ihrer Pracht,
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume - das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert,
denn eure Freude - das bin ich.

2. Teil: Trauerarbeit - dankenswerter Weise überlassen von Elke, der Mutter vom Miriam:
www.leben-ohne-mein-kind.de


Bedenket:

"Den eigenen Tod, den stirbt man nur.
Doch mit dem Tod der anderen
muss man leben".



WAS IST TRAUER ?

Der Verlust eines geliebten Menschen ist wie ein Erdbeben. Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung stürzt alles ein. Es herrscht Chaos. Man steht unter Schock, will es nicht wahrhaben. Der Boden wird einem unter den Füßen weggezogen.

Nach der ersten Schockphase (eine Schutzreaktion des Körpers) holt einen die Realität jedoch mit unvermittelter Härte wieder ein. Das Unfassbare wird wahr. Die Emotionen brechen auf. Wut, Verzweiflung, Enttäuschung, Scham, Angst, Sinn- und Hoffnungslosigkeit und vieles mehr. Die Trauerreaktionen sind jedoch so individuell, wie jeder einzelne Mensch.

In unserer Gesellschaft ist jedoch leider wenig Platz für Trauer. Viele meinen, Trauer gehöre "auf den Friedhof". Schon nach kurzer Zeit soll man wieder funktionieren, soll der Alltag wieder eintreten. Man soll wieder so sein wie vorher. Aber das geht nicht. Nichts ist mehr wie vorher und es wird auch nie mehr so sein.
Es verändert sich sehr viel in unserem Leben – oft auch das eigene Umfeld und was uns früher wichtig war, ist plötzlich alles unwichtig geworden.

Es gibt Menschen die meiden uns, als hätten wir eine ansteckende Krankheit. Andere erdrücken einen mit übertriebener Fürsorge und vermeintlich guten Ratschlägen (die manchmal tatsächliche "Schläge" ins Gesicht sein können). Es ist erstaunlich, dass selbst nahestehende Menschen in Gesprächen mit aller Gewalt verhindern wollen, über das tragische Ereignis oder den Verstorbenen zu sprechen.

Die Zeit zum Trauern ist lebenswichtig, aber nur die wenigsten nehmen sich die Zeit oder geben sich selbst die Erlaubnis zum Trauern. Oft sind es auch die äußeren Umstände, die eine normale Trauerreaktion hervorrufen. Unterdrückte Trauer führt jedoch erfahrungsgemäß zu zahlreichen körperlichen und seelischen Krankheiten, manchmal erst viele Jahre später. Deshalb ist es wichtig zu lernen, mit der eigenen Trauer umzugehen und den eigenen Trauerweg zu finden. Einen "richtigen" Weg gibt es nicht, sondern nur den Willen, trotz des schlimmen Verlustes jeden Tag aufs Neue zu beginnen. Man muss lernen, mit dem Verlust zu leben.

Trauer hört nicht auf – sie verändert sich nur. Es gibt Tage, da verblasst sie – und das ist auch gut so. Man braucht auch Zeiten, in denen man ein wenig abschalten und wieder "leben" kann. Es ist auch sehr wichtig, wieder einmal zu lachen und den Blick nach vorne zu richten. Auch nach langer Zeit kann ganz plötzlich wieder die Erinnerung kommen, so nah, als wäre es gerade erst gestern gewesen. Gerade in der ersten Zeit sind es besondere Tage wie Geburtstage, Weihnachten und Neujahr, die uns besonders schwer fallen und uns Trauernde sehr viel Kraft kostet. Wir können es auch nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die feiern und glücklich sind, während doch für uns der Himmel voller Tränen hängt. Aber es ist leider so, denn nicht für alle ist der Himmel eingestürzt, sondern nur für uns Trauernde.

Kinder erleben den Verlust eines nahestehenden Menschen oft ganz anders als die Erwachsenen. Je nach Altersstufe gehen sie sehr unterschiedlich mit dem Verlust um. Ihre Reaktionen verunsichern oder irritieren oft die Erwachsenen, da manchmal der Eindruck entsteht, die Kinder würden gar nicht trauern.

Das gleiche gilt auch für Männer, denn Männer trauern auch anders wie Frauen. Obwohl Männer nicht sehr viel über Trauer sprechen und auch nicht sehr viel von ihren Gefühlen herauslassen, leiden sie aber genauso wie wir Frauen. Kinder und Männer trauern eben anders.

Die verschiedenen Trauerphasen:

Trauer ist eine normale Reaktion auf einen schwerwiegenden Verlust oder Schicksalsschlag. Dabei kann es zu einem intensiven und schmerzlichen Trauerprozess kommen, der eine regelrechte "Trauerarbeit" erfordert.
Man liest gerne darüber, darum ausdrücklich hier noch mal: Trauer ist eine normale Reaktion, Trauer ist normal und natürlich, kein Grund sich zu schämen oder sie zu verbergen - und dies ist leider leicht gesagt aber oft schwer getan. Wir haben sterben und Tod weggeschoben, das Ideal ist "gut drauf sein, don´t worry, be happy, ..." und diesem Ideal entspricht der Trauernde nicht. Die Mitmenschen sind oft hilflos, sie wissen einfach nicht was sie den Betroffenen sagen sollen, sie wollen vielleicht helfen aber wissen auch hier nicht wie. Hilflosigkeit ist unangenehm und wird lieber gemieden, und so meiden Freunde und Bekannte vielleicht den Trauernden, um ihrer eigenen Hilflosigkeit zu entgehen.

Trauer ist in verschiedene Phasen einteilbar, wobei hier keine Hierarchie oder zeitliche Reihenfolge festzulegen ist. So verschieden und einzigartig jeder Mensch ist, so ist auch die Trauer bei jedem Menschen unterschiedlich und einzigartig:

Phase 1:
Zuerst will man den Verlust nicht wahrhaben, nur aus einem bösen Traum aufwachen. Man ist wie versteinert.

Phase 2:
Dann kommt es plötzlich zum aufbrechen heftiger Gefühlswallungen: Schmerz, Schuldgefühle, Angst, Wut, Zorn, aber auch quälende Sehnsucht usw. In dieser Phase drohen vermehrt Schlafstörungen, eine besondere Anfälligkeit für Infektionskrankheiten aller Art (z.B. Grippe) sowie unkontrollierte Selbstbehandlungsversuche mit Alkohol, Nikotin, Tabletten usw.

Phase 3:
Schließlich kann der Trauernde an nichts anderes mehr denken, als an seinen schmerzlichen Verlust. Während dieser Zeit zieht er sich zurück und ist mit sich selber und seinem Leid beschäftigt. Doch die Realität holt ihn wieder ein. Der Verlust wird langsam akzeptiert.

Phase 4:
In der letzen Phase bewegt sich der Trauernde wieder auf die Welt und andere Menschen zu. Aber auch das provoziert widersprüchliche Gefühle: Einerseits soll alles offener, intensiver erlebt und gestaltet und nichts soll verpasst werden. Andererseits hat man Angst vor der Zukunft und Furcht, wieder mit Trauer bezahlen zu müssen.


Mit Trauernden umgehen:

Die Dauer das Trauerprozesses ist individuell und schwer festlegbar. Selbst das "Trauerjahr" erscheint häufig zu kurz. Auch pflegt der Schmerz nicht zu Beginn, sondern Monate nach dem Verlust am ausgeprägtesten zu sein. Gerade während dieser Zeit aber beginnt die Anteilnahme der Umwelt deutlich zurückzugehen. Der Betroffene wird - offen oder heimlich - aufgefordert, endlich wieder zur Tagesordnung zurückzukehren. Dabei können die einzelnen Trauerphasen erneut aufbrechen, wenngleich kürzer.


Leitgedanken zur Trauer:

--- Trauer ist eine ganz natürliche Antwort auf einen Verlust.

--- Trauern zu können ist eine Stärke, keine Schwäche.

--- Trauer zu spüren, heißt mit seinem Innersten in Kontakt zu sein, lebendig zu sein.

--- Es führt im Leben kein Weg an der Trauer vorbei, sondern nur hindurch. Trauer kann man nicht "loswerden". Sie wartet immer darauf, durchgangen zu werden.

--- Trauer erfaßt den Menschen in seinem ganzen Wesen. Sie betrifft nicht nur die Seele, auch der Körper weint.

--- Trauer ist keine Krankheit und deshalb mit medizinischen Mitteln auch nicht zu behandeln. Verzögerte oder chronische Trauer aber kann krank machen.

--- Der Trauerprozeß bedeutet häufig ein Chaos an Gefühlen: Angst, Wut, Haß, Ohnmacht, Schuldgefühle, Liebe...

--- Trauer braucht Zeit. Aber: Zeit allein heilt keine Wunden.

--- Trauer braucht Menschen, bzw. eine Gemeinschaft. Trauer im einsamen Kämmerlein macht krank.

--- Trauer braucht Mittel und Wege des Ausdrucks, um ins Fließen zu kommen. Beispiele: Rituale und Materialien, die zum schöpferischen Tun anregen.

--- Trauern wirkt heilend. Trauer hat enorme Lebensenergie, in ihr liegen größte Chancen zur Wandlung und Reifung menschlicher Entwicklung.

--- Trauerbegleiter müssen die eigene Trauer kennen.

Die Trauer darf nicht verhindert werden:

Die BEHANDLUNG des Trauerprozesses ist schwieriger, als es sich die meisten vorstellen. Auf jeden Fall soll man nicht versuchen, dem Trauernden die Trauer zu nehmen. Besonders bei Betroffenen in jungen Jahren, aber auch vor allem im höheren Lebensalter darf man nicht die eigenen Maßstäbe anlegen. Trauernde werden von ihrer Umgebung nach einer Zeit der Schonung schließlich als belastend empfunden. Deshalb sollen sie nach Ansicht der anderen ihren Schicksalsschlag möglichst bald überwinden. Trauernde müssen aber ihre Gefühle zeigen dürfen.


Falsche Ratschläge:

Falsche Ratschläge ("gönnen Sie sich mal wieder ein Vergnügen"), nutzlose Appelle ("Sie müssen sich einfach mehr zusammennehmen"), leere Redensarten ("glücklicherweise ist sonst nichts passiert") usw. sind keine Hilfe und erschweren die Trauerarbeit.


Richtig trösten kann man lernen:

VORSICHT: Nicht oberflächlich trösten oder den Verlust herunterspielen, sondern eher still-verständnisvoll mitleiden. Anwesenheit und stumme Zuwendung bedeuten mehr als Worte. Der wichtigste Faktor ist Geduld auf lange Sicht! Vorsicht ist auch an Wochenenden, Feiertagen und Jahrestagen angebracht (Einsamkeit, Rückblick, Erinnerung). Kleine Aufmerksamkeiten signalisieren Verbundenheit in der Not und spenden mehr Trost, als man gemeinhin erwartet: Postkarte, Anruf, kurzer Besuch. Entsprechende Bücher oder der Kontakt mit Menschen, die ihren Trauerprozess gerade erfolgreich abschließen konnten, sind oftmals hilfreich.


Ratschläge eines Sterbenden für seinen Begleiter

--- Laß mich in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein.

--- Bleibe bei mir, wenn mich Zorn, Angst, Traurigkeit und Verzweiflung heimsuchen und hilf mir, zum Frieden hindurchzugelangen.

--- Denk nicht, wenn du ratlos an meinem Bett sitzt, daß ich tot sei. Ich höre alles, was du sagst, auch wenn meine Augen gebrochen scheinen. Darum sage jetzt nicht irgend etwas, sondern das Richtige.

--- Das Richtige wäre, mir etwas zu sagen, was es mir nicht schwerer, sondern leichter macht, mich zu trennen. So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.

--- Ich höre, obwohl ich schweigen muß und nun auch schweigen will. Halte meine Hand. Ich will es mit der Hand sagen. Wische mir den Schweiß von der Stirn. Streiche mir die Decke glatt. Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so laß sie sprechen.

--- Dann wird auch das Wort zum Zeichen. Und ich wünsche mir, daß du beten kannst. Klage nicht an, es gibt keinen Grund. Sage Dank.

--- Du sollst von mir wissen, daß ich der Auferstehung näher bin als du selbst.

--- Laß mein Sterben dein Gewinn sein. Lebe dein Leben fortan etwas bewußter. Es wird schöner, reifer und tiefer, inniger und freudiger sein, als es zuvor war, vor meiner letzten Stunde, die meine erste ist.


Medikamente nur vorsichtig einsetzen.Mit medikamentöser Unterstützung soll man bei Trauerprozessen zurückhaltend sein. Sinnvoller ist eine langfristige und tröstende Verfügbarkeit, ggf. eine psychotherapeutische Betreuung. Falls Medikamente nötig sind, sollten sie nur kurzfristig verabreicht werden (z.B. Schlafmittel). Vorsicht ist vor der unkritischen Gabe von Beruhigungsmitteln angebracht. Sie können zwar gefühlsmäßig distanzieren, dämpfen jedoch die Betroffenheit. Dadurch stören sie den Trauerprozess und können ihn verlängern.

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Geburtstag:

Wenn´s dich nicht gäbe,
blieb´eine Seite im Buche des Lebens leer,
eine Stimme fehlte im Lied der Schöpfung,
Menschen würden den zärtlichen Klang ihrer Nahmen vermissen.

Wenn´s dich nicht gäbe,
würden Wege vergeblich waren auf deine Füße,
blieben Herzen unberührt von der Strömung deines Vertrauens
und Träume ungeträumt.

Wenn´s dich nicht gäbe,
wachten Flügel der Fantasie nicht auf,
müßten Schmetterlinge dein Staunen entbehren,
die Bäume deine Freundschaft und Augen dein Gesicht,
selbst die unendliche Liebe litte Mangel,
wenn´s dich nicht gäbe.
(
Christa Peikert-Flaspöhler)

Schön, dass es dich gibt!

 

Älter werden ist wie auf einen hohen Berg steigen.
Je höher man kommt,
desto mehr Kräfte sind verbraucht,
aber um so weiter sieht man.

Ich wünsche dir einen Himmel voll Sterne...
Sterne, die glänzen, wenn du glücklich bist;
Sterne, die dir den Weg zeigen, wenn du nicht mehr weiter weißt;
Sterne, die leuchten, wenn es dunkel ist;
Sterne, nach denen du greifen kannst, wenn du fröhlich bist;
Sterne, die Menschen dir holen, wenn sie dich erfreuen wollen;
Sterne, die aus dir strahlen, wenn du anderen gut bist.
Ich wünsche dir einen Himmel voll Sterne,
heute und an jedem Tag deines Lebens.
(Christa Carina Kokol)

 

Das ist mein Wunsch für dich:
Nicht, dass keine Wolke dein Leben überschatte;
nicht, dass dein Leben künftig ein Beet voller Rosen sei;
nicht, dass du niemals bereuen müßtest;
nicht, dass du niemals Schmerzen empfinden solltest -
nein, das wünsche ich dir nicht.
Denn Tränen reinigen,
Leid adelt,
Schmerz und Not bringen uns Gott näher.
Mein Wunsch für dich lautet:
Dass die Gabe, die Gott dir schenkt, mit dir wachse und dazu diene,
denen Freude zu schenken, die dich mögen.
Dass du immer Freunde hast, die es wert sind, so zu heißen,
denen du vertrauen kannst,
die dir beistehen, wenn du traurig bist.
Das ist mein Wunsch für dich - heute und alle Tage.
(Aus Irland)

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Engel:

Möge dich ein Engel auf deinen Wegen behüten
und dich vor allem Dunkeln bewahren.
Möge er deine Sorgen tragen helfen
und dein Leben von innen her erwärmen und erleuchten
und dir die Gewißheit schenken,
dass es gut ist, dass es dich gibt.
Wenn du ihn spürst, ist es vielleicht ein Gedanke der Liebe von mir.

 

Manchmal brauchst du einen Engel,
der dich schützt und dich führt.
Gott schickt manchmal einen Engel,
wenn er deine Sorgen spürt.

Hast du Kummer tief im Herzen,
tut dir wahrer Zuspruch gut.
Denn mit großen Seelenschmerzen
fehlt dir jeder Lebensmut.

Wähnst du dich total am Ende
und denkst, du hättest dich verirrt,
bringt ein stiller Schub die Wende,
dass dein Herz nicht mehr erfriert.

Hab Vertrauen in die Kräfte,
die Gott selbst als Lotsen schickt.
Ihre heilsamen Geschäfte
haben dich sehr schnell erquickt.

Gott ist stets an deiner Seite,
auch wenn du ihn gar nicht siehst,
mit behutsamem Geleite,
damit neue Hoffnung sprießt.
(Hermann Schulze-Berndt)


Ich wünsche dir einen Engel

Engel stehen dir zur Seiten,
deine Wege zu begleiten.
In wunderbarer Herrlichkeit
wirken sie in unserer Zeit.

Engel lassen sich nicht sehen,
kannst ihre Taten nicht verstehen.
Doch sie sind da, sie führen dich
mit großer Liebe, fürsorglich.

Engel möchten Gaben schenken,
wollen deine Schritte lenken,
können dir viel Schönes zeigen,
mit dir lachen oder schweigen.

Engel sind zum Dienst bereit,
führen hin zur Seligkeit.
Sie sind die hehren Lichtgestalten,
die viel Mut und Kraft entfalten.

Und klopft ein Engel an der Tür,
dann öffne ihm, er will zu dir.
Die Botschaft, die er bringen mag
wird dich tragen durch den Tag!
(von Ingrid Hammel aus Iggingen)

 

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Novene:

(Eine Novene ist ein Gebet, das man über einen bestimmten Zeitraum betet für ein besonderes Anliegen.)

hier: Arme-Seelen-Novene
9 Tage lang einen schmerzhaften Rosenkranz beten, Ehre sei dem Vater ... und
O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe ...

Gebete jeweils nach den Rosenkranzgesetzen:

1. Herr Jesus Christus, durch deinen blutigen Angstschweiß, den du für uns arme Sünder
am Ölberg vergossen hast, bitten wir dich:
Erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer. Erlöse sie aus ihrer Angst und Pein und
tröste sie mit dem Kelch des himmlischen Trostes.

2. Herr Jesus Christus, durch deine schmerzliche Geiselung, die du für uns arme
Sünder so geduldig erlitten hast, bitten wir dich:
Erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer. Wende ab von ihnen die Geisel deines
Zornes und schenk ihnen die ewige Erquickung.

3. Herr Jesus Christus, durch deine schmerzliche Krönung, die du für uns arme Sünder
so geduldig erlitten hast, bitten wir dich:
Erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer und gib ihnen die Krone der ewigen
Herrlichkeit.

4. Herr Jesus Christus, durch dein schweres Kreuztragen, das du für uns arme Sünder
so geduldig erlitten hast, bitten wir dich:
Erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer. Nimm ihnen die schwere Last des
Leidens ab und führe sie ein in die ewige Freude.

5. Herr Jesus Christus, durch deine schmerzliche Kreuzigung, die du für uns arme
Sünder so geduldig erlitten hast, bitten wir dich:
Erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer. Neige auch zu ihnen dein heiliges
Angesicht hinab und lass sie heute noch bei dir im Paradiese sein.

Herr Jesus Christus, durch deine heiligen 5 Wunden und durch all dein vergossenes
kostbares Blut bitten wir dich:
Erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer, besonders unserer verstorbenen Eltern,
Verwandten, Seelsorger und Wohltäter. Heile ihre schmerzlichen Wunden und lass
sie deiner Erlösung vollkommen teilhaftig werden.
Erbarme dich in deiner grenzenlosen Erlöserliebe auch unserer Anliegen ...
und schenke auf die Fürbitte der lieben armen Seelen jene Erhörung und Hilfe,
die dich am meisten verherrlicht und unserer Seele zum Heile dient.
Lieber Heiland, sei so gut, lasse doch dein teures Blut in das Fegefeuer fließen,
wo die armen Seelen büßen. Ach sie leiden große Pein, wollest ihnen gnädig sein.
Höre das Gebet der Deinen, die sich alle hier vereinen. Nimm die armen Seelen
doch heute in den Himmel noch. Amen.

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Mein Lieblingsmärchen: "Der Traum der 3 Bäume"
(Verfasser unbekannt, veröffentlicht von Angela E. Hunt als schönes Buch
erhältlich im Brunnenverlag)

Es waren einmal drei kleine Bäume. Sie wuchsen oben auf einem Hügel.
Jeder Baum hatte einen ganz besonderen Wunsch, was aus ihm einmal werden sollte,
wenn er groß war.

Der erste Baum schaute nachts zum Himmel hinauf und sah all die vielen Sterne, die
wie Diamanten funkelten.
"Ich wünsche mir, dass aus meinem Holz einmal eine wunderschöne Schatzkiste ge-
macht wird. Sie soll mit Gold verziert sein, und viele wertvolle Edelsteine sollen darin
liegen. Dann werde ich die schönste Schatzkiste auf der Welt sein."

Der zweite Baum sah den plätschernden Bach, der sich auf seinem Weg zum Meer durch
den Wald schlängelte.
"Wenn ich einmal groß bin", träumte er, "soll aus meinem Holz ein gewaltiges Schiff
gebaut werden. Ich möchte über weite Meere fahren und im Dienst mächtiger Könige
stehen."

Der dritte Baum schaute hinunter ins Tal. Dort wohnten viele Menschen in einer großen
Stadt; sie arbeiteten von früh bis spät.
"Ich möchte für immer auf diesem Hügel stehen bleiben und ein großer Baum werden",
träumte er. "Wenn die Menschen dann zu mir hochschauen, werden sie den Himmel sehen,
und sie werden an Gott, den Schöpfer aller Dinge, denken. Deshalb möchte ich der größte
Baum der ganzen Welt werden!"

Viele Jahre vergingen. Auf Regen folgte Sonnenschein, und aus den kleinen Bäumen
wurden große Bäume.
Eines Tages stiegen drei Holzfäller den Hügel herauf. Jeder trug eine blitzende Axt in
der Hand.

Der erste Holzfäller schaute sich den ersten Baum an und meinte dann: "Einen so schönen
Baum kann ich gut gebrauchen!" Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den ersten Baum.
"Jetzt machen sie bestimmt eine wunderschöne Truhe aus mit", freute sich der erste Baum.
"Dann werde ich einen wertvollen Schatz aufbewahren."

Der zweite Holzfäller schaute sich den zweiten Baum an und meinte dann: "Einen so starken
Baum kann ich gut gebrauchen!" Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den zweiten Baum.
"Jetzt bauen sie bestimmt ein großes und gewaltiges Schiff aus mir", freute sich der zweite
Baum. "Dann werden mächtige Könige mit mir über die Meere fahren."

Dem dritten Baum wurde es angst und bange, als der dritte Holzfäller ihn ansah. Kerzen-
gerade und hochgewachsen ragte er zum Himmel empor. Doch der Holzfäller überlegte nicht
lange und murmelte bloß: "Ich kann jeden Baum gebrauchen." Und mit wuchtigen Axthieben
fällte er den dritten Baum.

Der erste Baum jubelte, als der Holzfäller ihn in eine Schreinerwerkstatt brachte.
Doch welche Enttäuschung! Der Schreiner nahm das Holz des einst so schönen Baumes und
machte daraus eine ganz normale Futterkrippe. Sie wurde nicht vergoldet, und es kamen
auch keine Edelsteine hinein. Statt dessen war sie mit Sägemehl bedeckt, und dann wurde sie
mit Heu gefüllt - für die Tiere im Stall.

Der zweite Baum lächelte zufrieden, als der Holzfäller ihn zu einem Schiffsbauer brachte.
Doch welche Enttäuschung!
Es wurde gar kein stolzes Schiff aus ihm gebaut, sondern nur ein einfaches Fischerboot -
viel zu klein und zu schwach, um über große Flüße und Meere zu fahren.
Als es fertig war, brachte man das Boot an einen kleinen See, wo ärmliche Fischer Tag für
Tag damit zum Fischfang ausfuhren.

Der dritte Baum war traurig, als der Holzfäller ihn zersägte und die dicken Balken in ein
Holzlager brachte.
"Ich verstehe das nicht!" jammerte der Baum, der einst so groß gewesen war. "Ich wollte
doch so gern auf dem Hügel stehen und die Menschen an Gott erinnern!"

Viele Tage und viele Nächte vergingen. Die drei Bäume hatten ihre Träume fast schon
vergessen.
Doch eines Nachts legte eine junge Frau ihr neugeborenes Kind in die Futterkrippe, die
aus dem ersten Baum gezimmert worden war.
"Ach, Maria, hätten wir doch nur eine richtige Wiege für das Kind!" seufzte der Mann.
Aber die Frau nahm seine Hand und lächelte, als das goldene Licht er Sterne auf das glatte,
derbe Holz fiel. "Aber Josef, diese Krippe ist doch wunderschön", flüsterte sie.
Und mit einem Mal wußte der erste Baum, dass der wertvollste Schatz der ganzen Welt in
ihm lag.

Auch der zweite Baum erlebte eine Überraschung. Eines Abends stieg ein müder Wanderer
mit seinen Freunden in das Fischerboot. Er legte sich gleich nieder und schlief ein, während
das Schiff hinausfuhr auf den See.
Doch plötzlich kam ein gewaltiger Sturm auf. Das kleine Boot erzitterte. Es wußte, dass es
nicht stark genug war, um so viele Menschen sicher durch Wind und Wellen zu tragen.
Schließlich erwachte der Mann. Er stand auf, streckte seine Hand aus und befahl dem Wind,
sich zu legen. Da verstummte der Sturm so schnell, wie er gekommen war.
Plötzlich wußte der zweite Baum, dass er den König des Himmels und der Erde an Bord trug.

An einem Freitagmorgen schreckte der dritte Baum hoch:
Mit einem kräftigen Ruck wurde ein Balken aus dem vergessenen Holzstapel herausgezogen.
Jemand trug ihn mitten durch eine laute, aufgeregte Menschenmenge einen Hügel hinauf.
Er zuckte zusammen, denn Soldaten nagelten die Hände und Füße eines Mannes auf ihm fest.
Häßlich und grausam kam er sich vor.
Doch als am Sonntagmorgen die Sonne aufging, wußte der dritte Baum mit einem Mal, dass
sein alter Traum doch in Erfüllung gegangen war. Das Kreuz, das man aus seinem Holz
gefertigt hatte, zeigte den Menschen den Weg zu Gott.

So erfüllte sich der Wunsch der drei Bäume doch noch:
Der erste Baum war tatsächlich zu einer Schatztruhe geworden, die den wertvollsten aller
Schätze in sich trug: Gottes Sohn ist als Kind in einer Krippe zur Welt gekommen.
Der zweite Baum hatte tatsächlich den mächtigsten aller Könige an Bord gehabt:
Jesus bewies in dem kleinen Boot seine Macht über Wind und Wellen.
Und auch der Wunsch des dritten Baumes war in Erfüllung gegangen:
Jedesmal, wenn die Menschen das Kreuz anschauen, erinnern sie sich daran, wie sehr
Gott die Menschen liebt.
Und das ist besser, als die schönste Schatzkiste, das stolzeste Schiff oder der größte
Baum der Welt zu sein.

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Die unvollkommene Kirche

Zum weisen Einsiedler kam eines Tages ein junger Mensch und sagte, er sei von der
Kirche enttäuscht und suche die vollkommene Gemeinschaft der Gläubigen.
Da führte ihn der Alte zum Mauerwerk seiner kleinen Kapelle und fragte ihn:
"Sag mir, was du siehst."
"Ich sehe ein altes Gemäuer mit viel Unkraut und Moos", entgegnete der Besucher.
"Und doch wohnt Gott in diesem scheinbar ungepflegten Haus", meinte der Einsiedler.
"So ist es auch mit der Kirche. Sie kann nicht rein und perfekt sein, weil sie aus
Menschen besteht. Auch du bist ein Mensch, und ich sage dir:
Selbst wenn du die vollkommene Kirche findest, wird sie es in dem Augenblick nicht
mehr sein in dem du ihr beitrittst."

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Über allem steht die Liebe
(Quelle unbekannt)

Zwei junge Männer bemühten sich um die Aufnahme in einen strengen Orden.
"Wißt ihr", fragte der Abt sie mit prüfendem Blick, "ob ihr wirklich schweigen könnt?
In unserer Gemeinschaft gilt das als oberstes Gebot!"
"Gewiß!" meinte der eine, der Pius hieß.
Der andere, Benedikt, nickte nur stumm mit dem Kopf.
"Gut", begann der Abt wieder, dann geht morgen früh, wohin euch eure Füße auch tragen,
und sagt unserer Gemeinschaft am Abend, ob ihr immer schweigen konntet."

Am nächsten Morgen zogen sie los. Wenn sie jemand grüßte, dankten sie durch ein freundliches
Kopfnicken. Wenn ihnen jemand ein Scherzwort zurief, lächelten sie stumm. Und dem Landwirt,
der sie einlud, ein Stück weit auf sein Gefährt zu steigen, winkten sie schweigend Dank und
Ablehnung zu.

Mittags trafen sie auf dem Marktplatz einer kleinen Stadt auf eine Horde von Jungen, die ein
Hündchen quälten: Sie hatten ihm eine Kette an den Schwanz gebunden, die scheppernd über
das Pflaster schleifte, wenn es zu fliehen versuchte.
Pius wandte den Blick ab und versuchte Benedikt in eine Seitengasse zu ziehen; der aber
packte sich einen Jungen, befreite den Hund von seiner Qual und rief Worte über den Markt-
platz, die das Lachen der Jungen und der zuschauenden Erwachsenen ersterben ließ. Pius aber
schüttelte nur bestürzt den Kopf.

Kurze Zeit später kamen sie durch den Ort, in dem sie aufgewachsen waren. Nicht lange, und
zwei Mädchen stürzten auf sie zu. Die eine flehte Pius an: "Liebster! Warum bliebst du so
lange fort? Bist du mir böse? Liebster! Warum sprichst du nicht mit mir? Hast du alles ver-
gessen?" Pius aber wandte den Blcik zur Seite, wehrte die Hände des Mädchens ab und ging
weiter, als wäre sie Luft.
Die andere hatte sich Benedikt zugewandt. Weinend sagte sie: "Du weißt, wie sehr ich dich
geliebt habe, wie sehr ich dich noch liebe. Sag, dass du mich nicht vergessen hast!"
Da konnte Benedikt wieder nicht anders, als zu ihr zu sprechen:
"Auch ich habe dich geliebt. Aber ich fühle mich dazu berufen, Gott ganz zu dienen. Es liegt
nicht an dir, warum ich ging. Weine nicht mehr. Gott segne dich!" Er legte ihr die Hand zum
Abschied auf den Scheitel. Da sah er ein Leuchten in ihren Augen und bemerkte nicht den
mißfälligen Blick seines Gefährten.

Nicht lange danach - sie aren schon auf dem Heimweg - wandte sich ein Wandersmann an
sie: "Ich habe mich verirrt, muß aber noch heute in die Stadt kommen. Wißt ihr den Weg?"
Pius ging schweigend weiter, Benedikt aber blieb stehen und erklärte den Weg.

Es war schon dunkel geworden, al sie in den Saal traten, in dem alle Brüder des Ordens sie
schweigend erwarteten.
"Nun", begann der Abt, "habt ihr an diesem Tag der Prüfung das Schweigen durchgehalten?"
Pius nickte freudig: "Es war zwar manchmal schwer, aber weil ich in meinem Herzen betete,
konnte ich alle Prüfungen bestehen. Vater Abt, ich glaube würdig zu sein, in diesem Orden
aufgenommen zu werden."
Der Abt schaute danach prüfend auf Benedikt, der hilflos die Arme hob und erklärte:
"Dreimal habe ich die Prüfung nicht bestanden:
Einmal ging es um ein kleines Tier, das gequält wurde, dann begegnete ich meinem Mädchen,
das mich noch lieb hat und mich um ein freundliches Wort bat, und schließlich zeigte ich einem
verirrten Wanderer den richtigen Weg. Vater Abt, ich bin also noch unwürdig, hier einzutreten.
Aber ich tat, was mir mein Herz befahl. Ich bitte um eine Buße!"

Alle schwiegen - lange. Dann ergriff der Abt wieder das Wort und sagte:
"Gott selbst hat uns geboten, für die Stummen den Mund aufzutun. Du tatest also recht, als du
der mißhandelten Kreatur dein Wort geliehen hast. WEnn du dem liebenden Herz des Mädchens
keine Antwort gegeben hättest, wärest du unmenschlich gewesen. Und wer einen Wanderer in die
Irre gehen läßt, hat in einem Kloster nichts zu suchen. Warum also eine Buße?
Tritt vor, Benedikt, wir wollen dich Bruder nennen, weil du das Schweigen richtig verstanden
hast. Du aber, Pius, hast noch einen weiten Weg vor dir, denn du mußt noch lernen, dass die
Liebe über allem steht. Die Liebe allein kann dir befehlen, ob du reden oder schweigen mußt."

 

"Wo du keine Liebe findest, bring Liebe hin, und du wirst Liebe finden."
(Johannes vom Kreuz)

"Gott liebe du diesen Menschen, ich kann es grade nicht."
(Dietrich Bonhoeffer)

 

Das perfekte Herz

Eines Tages stand ein junger Mann mitten in der Stadt und erklärte,
dass er das schönste Herz im ganzen Tal habe
.
Eine große Menschenmenge versammelte sich, und sie alle bewunderten
sein Herz, denn es war perfekt
.
Es gab keinen Fleck oder Fehler in ihm. Ja, sie alle gaben ihm Recht,
es war wirklich das schönste Herz, das sie je gesehen hatten.
Der junge Mann war sehr stolz und prahlte noch lauter über sein schönes Herz.

Plötzlich tauchte ein alter Mann vor der Menge auf und sagte:
"Nun, Dein Herz ist nicht mal annähernd so schön, wie meines."

Die Menschenmenge und der junge Mann schauten das Herz des alten
Mannes an. Es schlug kräftig, aber es war voller Narben, es hatte Stellen, wo
Stücke entfernt und durch andere ersetzt worden waren.
Aber sie passten nicht richtig, und es gab einige ausgefranste Ecken, genauer
gesagt... an einigen Stellen waren sogar tiefe Furchen.

Die Leute starrten ihn an: wie kann er behaupten, sein Herz sei schöner,
dachten sie?

Der junge Mann schaute auf des alten Mannes Herz, sah dessen Zustand
und lachte: "Du musst scherzen" sagte er, "dein Herz mit meinem zu vergleichen.
Meines ist perfekt und deines ist ein Durcheinander aus Narben und Tränen."

"Ja", sagte der alte Mann," deines sieht perfekt aus, aber ich würde niemals mit
dir tauschen! Jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich meine Liebe gegeben
habe. Ich nehme ein Stück meines Herzens und reiche es ihnen, und oft geben sie
mir ein Stück ihres Herzens, das in die leere Stelle meines Herzens passt.
Aber weil die Stücke nicht genau sind, habe ich einige raue Kanten, die ich sehr
schätze, denn sie erinnern mich an die Liebe, die wir teilten.

Manchmal habe ich auch ein Stück meines Herzens gegeben, ohne dass mir der
andere ein Stück seines Herzens zurückgegeben hat. Das sind die leeren Furchen.


Liebe geben heißt manchmal auch ein Risiko einzugehen. Auch wenn diese Furchen
eine Zeitlang schmerzhaft sind, erinnern sie mich an die Liebe, die ich für diese
Menschen empfinde.
Erkennst du jetzt, was wahre Schönheit ist?"

Der junge Mann stand still da und Tränen rannen über seine Wangen. Er ging auf
den alten Mann zu, griff nach seinem perfekten jungen und schönen Herzen und
nahm ein Stückchen heraus. Er bot es dem alten Mann mit zitternden Händen an.

Der alte Mann nahm das Angebot an, setzte es in sein Herz.
Er nahm dann ein Stückchen seines alten vernarbten Herzens und füllte damit die
Wunde in des jungen Mannes Herzen. Es passte nicht perfekt, da es ausgefranste
Ränder hatte.
Der junge Mann sah sein Herz an, nicht mehr perfekt, aber schöner als je zuvor,
denn er spürte die Liebe des alten Mannes in sein Herz fließen.

Sie umarmten sich und gingen miteinander weg, Seite an Seite.

Narben auf dem Körper bedeuten, dass man gelebt hat,
Narben auf der
Herzen bedeuten, dass man geliebt hat.

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Seligpreisung eines behinderten Menschen:

Selig, die Verständnis zeigen für meinen stolpernden Fuß.

Selig, die meine lahme Hand greifen.

Selig, die wissen, dass mein Ohr sich anstrengen muß.

Selig, die Geduld mit mir haben.

Selig, die meine Gedanken nicht für träge halten.

Selig, die meine Talente in mir entdecken.

Selig, die verstehen, was ich nur schwer sagen kann.

Selig, die mir geduldig zuhören können.

Selig, die ihren Mund für mich öffnen und für mich sprechen.

Selig, die mit freundlichem Lachen bei mir verweilen.

Selig,die sich Zeit für mich nehmen.

Selig, die mich erfahren lassen, dass ich geliebt und geachtet bin.

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Lächeln:

Es war nur ein sonniges Lächeln,
es war nur ein freundliches Wort,
doch scheuchte es lastende Wolken
und schwere Gedanken fort...

Ein Lächeln kann Schmerzen lindern,
ein Wort kann von Sorgen befrein,
ein Händedruck Sünde verhindern
und Liebe und Hoffnung erneun.

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Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schauen.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde, als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

(Elli Michler - Wunschgedichte - Don Bosco Verlag München)

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Texte unserer 1. CD:

Ein Licht der Hoffnung
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Ein Licht der Hoffnung kommt zu uns,
bringt Sehnsucht in die Welt hinein,
schenkt Vertrauen, schenkt uns Kraft,
macht uns Mut, dass man es schafft.
Du Jesus, lässt uns nicht allein.

Ein Licht der Liebe wärmt die Welt,
die Dunkelheit in uns wird hell,
macht das Herz in uns ganz weit,
schenkt uns eine Zärtlichkeit,
die jedem Leben so gefällt.

Ein Licht des Friedens macht uns weit,
schenkt uns ein Herz der Offenheit,
schenkt uns Augen für den andern,
lässt in Liebe uns gern handeln,

in dieser Welt voll Schmerz und Leid.

Ein Licht der Freude schenkst du uns.
Es macht uns glücklich und so froh.
Lasst uns jubeln, lasst uns singen,
unsre Herzen sollen klingen:
Gott Lob und Preis in Ewigkeit.

 

Mensch, du bist einzigartig:
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Mensch, du bist einzigartig auf der Welt,
etwas besonderes, das wirklich zählt.
Niemand ist so, wie du bist:
ein Wunder, das aus Gottes Liebe entstanden ist.

Freu dich am Leben, Gott gab es dir,
gab dir die Augen, damit du siehst:
das Schöne, doch auch das Leid,
denn du bist wichtig - sei auch bereit.

Freu dich am Leben, Gott gab es dir,
gab dir die Hände, damit du hilfst:
dem Freund, doch auch dem Feind,
tu Gutes und du linderst das Leid.

Freu dich am Leben, Gott gab es dir,
gab dir ein Herz, damit du liebst:
den andern, doch auch dein Ich,
fang stets neu an, Gott braucht doch grad dich.

Du starbst für uns
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Du starbst für uns am Holz des Kreuzes,
litt´st für uns große Qual.
In der Verlassenheit am Holz des Kreuzes
war dein Schmerz riesengroß,
war dein Schmerz riesengroß.

Doch aus dem Schmerz wurde Leben,
aus dem Schmerz wurde Licht,
aus dem Schmerz wurde Liebe für uns.
Denn das Holz des Kreuzes ist das Tor zum Leben
und der Weg zur Liebe - zu Gott,
ja der Weg zur Liebe - zu Gott.

Dein Opfertod am Holz des Kreuzes
geschah aus Liebe zu uns.
Tragen auch wir das Kreuz mit bereitem Herzen,
finden wir Gott die Liebe,
finden wir Gott die Liebe.


Jeder Mensch auf deiner Erde
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Jeder Mensch auf deiner Erde, ist nur hier zu Gast.
Auf dem Weg zu deinem Reiche machen wir hier Rast.
Du schenkst jedem deine Liebe, egal ob SCHWARZ, ob WEISS.
Du gibst jedem deine Hände auf dieser Erdenreis.

- Gestern in der Zeitung stand, eine Frau, drei Kinder tot man fand.
Asylanten waren´ s alle vier.
Sie waren nicht geliebt in unserm Wohlstandslande hier.
Sind sie auch noch so arm, sie finden hier kein Erbarm.
Doch unser Gott hat alle Menschen lieb.

- Rassenhass hier und dort, Ausländer raus aus unserm saubern Ort.
Alle wollen unser liebes Geld.
Erbarmen gibt es nicht mehr in unsrer Wohlstandswelt.
Sind wir denn schon so weit,
zum Nehmen nur noch bereit?
Doch unser Gott gab uns seinen Sohn.

 

Lass mich reifen durch dich, o Herr!
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Lass mich reifen durch dich, o Herr.
Lass mich wachsen in dir, o Herr.
Lieb die Menschen durch mich, o Herr.
Lass mich eins sein mit dir alle Zeit.

1. Herr, dein Wille sagt uns klar, was wichtig ist im Leben auf der Welt.
Unsre Antwort darauf ist oft nicht das wahre Sein, das wirklich zählt.

2. Herr, du bist gekommen, uns zu zeigen deine Liebe und dein Licht.
Doch wie oft verwirklichen im Alltag wir ja deine Liebe nicht.

3. Du bist bei uns alle Tage bis zum letzten Tage dieser Welt.
Unser Zeugnis davon ist das Leben, jeder Augenblick der zählt.

 

Herr, wo bist du?
Viele Kinder wurden in letzter Zeit ermordet.
Worte allein können diesen Schmerz nicht ausdrücken, deshalb unser Lied:

(T.: Lydia Pfefferer, M.: Anita Zinsmeister)

Herr, wo bist du, hilf verstehn,
hilf uns unsern Weg zu gehn.
Herr, erbarm dich, schenk uns Frieden,
führ uns durch die dunkle Zeit.


Zeig uns den Weg der Versöhnung
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Zeig uns den Weg der Versöhnung, mit dir du guter Gott,
den Weg zu deiner Liebe, die uns den Frieden schenkt,
zu einer neuen Hoffnung, zu Freude auch im Leid.
Zeig uns den Weg der Versöhnung, schenk uns Barmherzigkeit.

1. Kinder werden abgetrieben, Menschen sind allein.
Ausweglos sind ihre Wege, hoffnungslos ihr Sein.

2. Kriege herrschen auf der Erde. Hunger plagt die Welt.
Rüstung ist das halbe Leben, der Tod ist vorbestellt.

3. Lieblos sind wir zueinander, trotz Wohlstand, Gut und Geld.
"Immer mehr" ist die Devise auf unsrer schönen Welt.

4. "Freiheit" wird ganz groß geschrieben durch Fernsehn, Video.
Gilt das auch für unsre Herzen, macht uns das wirklich froh?

 

Nicht mehr Feind sondern Freund
(T.: Pfr. Hermann Traub, M.: Lydia Pfefferer)

Nicht mehr Feind, sondern Freund,
nicht mehr ausgesperrt, sondern eingelassen,
nicht mehr Zäune, sondern offene Türen,
nicht mehr Krieg, sondern Frieden.

Seit Jesus ist das Wirklichkeit, seit Jesus ist das so.
Seit Jesus ist die Liebe da und die macht uns so froh.

Nicht ferngerückt, sondern nahegekommen,
nicht entfremdet, sondern zugehörend,
nicht abgebrochen, sondern festgeknüpft,
nicht mehr zweierlei, sondern gemeinsam.

Seit Jesus ist das eine Erfahrung, seit Jesus ist das so.
Seit Jesus ist die Liebe da und die macht uns so froh.

Nicht mehr Gast, sondern Hausbesitzer,
nicht mehr Ausländer, sondern Mitbürger,
nicht Hausordnung, sondern neue Freiheit,
nicht mehr Zwang, sondern Einheit.

Seit Jesus ist das ein Geschenk, seit Jesus ist das so.
Seit Jesus ist die Liebe da und die macht uns so froh.

Teilen macht satt!
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Weißt du denn nicht, teilen macht satt!
Und doch hungern viele Menschen auf der Welt.
Weißt du denn nicht, teilen macht satt!
Ein jeder hat Rechte, sein Leben das zählt.

Weißt du denn nicht, teilen macht satt!
"Wer ist unser Nächster?" fragt man Jesus Christ.
Weißt du denn nicht, teilen macht satt!
Der Mensch neben dir, der in Not und Leid ist.

Weißt du denn nicht, teilen macht satt!
Geteilte Gemeinschaft schafft Zufriedenheit.
Weißt du denn nicht, teilen macht satt!
Ein Geben und Lieben, sei du doch bereit!

 

Herr, du sorgst für uns
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Herr, du sorgst für uns.
Hast für uns den Tisch gedeckt mit dem Brot des Lebens.

Herr, du sorgst für uns.
Hast jetzt unsre leeren Hände reich beschenkt mit Gaben.

Herr, du sorgst für uns.
Machst jetzt uns zu einer Gabe, zum Geschenk für viele.

Herr, du sorgst für uns.
Läßt uns deine Liebe schenken, uns an andre denken.

Segenslied:
(T.u.M.: Lydia Pfefferer)

Bitte bleib immer bei uns. Bitte begleite uns.
Auf all unsern Wegen schenk du uns deinen Segen.
Bitte bleib immer bei uns.


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Gnade

Dass du unberührt bleiben mögest von Trauer,
unberührt vom Schicksal anderer Menschen,
das wünsche ich dir nicht.
So unbedacht soll man nicht wünschen.

Ich wünsche dir aber,
dass dich immer wieder etwas berührt,
das ich dir nicht so recht beschreiben kann.
Es heißt "Gnade".
Gnade ist ein altes Wort,
aber wer sie erfährt,
für den ist sie wie Morgenlicht.

Man kann sie nicht wollen und nicht erzwingen,
aber wenn sie dich berührt,
dann weißt du: Es ist gut.
                                        Jörg Zink


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Liedtexte unserer 2. CD "De Lumina - Auf dem Weg":

1. Auf dem Weg nach Bethlehem
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Auf dem Weg nach Bethlehem bist du einsam und allein,
doch der Sehnsucht Hoffnungslicht gibt dir eine Zuversicht.

Gott ist immer für dich da. Ja, Gott ist dir unendlich nah.
Siehst du nichts als Dunkelheit, sein Licht ist nicht mehr weit.

Auf dem Weg nach Bethlehem spürst du plötzlich eine Kraft.
Sie läßt dich stets weiter gehn. Du bleibst nicht im Dunkeln stehn.

Gottes Liebe wärmt dich so, umhüllt dich und macht dich so froh,
trägt dich durch das Dunkel der Welt, ist für dich wie ein Zelt.

Auf dem Weg nach Bethlehem bricht die Dunkelheit entzwei.
Gottes Licht erleuchtet die Nacht. Ewigkeit es spürbar macht.

Herr, wir danken dir dafür. Ja, Herr, wir preisen dich jetzt hier.
Zieh´in unsre Herzen hinein. Lass uns für dich Licht sein.

2. Wenn die Sonne sich verfinstert
T.u.M.: Pfr. Andreas Hanke, letzte Str. Lydia Pfefferer

Wenn die Sonne sich verfinstert, und der Mond nicht weiter scheint in meinem Leben:
wenn das Leben mir zur Last wird, viele Sorgen mich erdrücken,
und mir gar nichts mehr gelingen will zum Glück.
Ja, dann kann ich nur noch hoffen, dass der Menschensohn mit Macht kommt,
durch sein gutes Wort mir Mut macht, wieder Kraft gibt und mir hilft aus meiner Not
- zu neuem Glück.

Wenn die Sonne sich verfinstert, und der Mond nicht weiter scheint in meinem Leben:
wenn mir Gottes Liebe fern scheint, und mich Glaubenszweifel plagen
und mein Bitten unerhört im Wind verhallt.
Ja, dann kann ich nur noch hoffen, dass der Menschensohn mit Macht kommt,
meinen Blick für ihn zu öffnen, seine liebevolle Nähe neu mir schenkt
- zu meinem Glück.

Wenn die Sonne sich verfinstert, und der Mond nicht weiter scheint in meinem Leben:
wenn ich trauernd vor dem Grab steh, eines Menschen, den ich liebte
und ich schmerzlich weiß, ich werd´ihn nicht mehr sehn.
Ja, dann kann ich nur noch hoffen, dass der Menschensohn mit Macht kommt,
neues Leben ihm zu schenken und auch mich zu trösten mit der Zuversicht
- von seinem Glück.

Wenn die Sonne sich verfinstert und der Mond nicht weiter scheint in meinem Leben:
wenn ich kraftlos nieder liege und der Tod vor meinem Bett steht,
wenn ich weiß, es ist bald aus, mein Leben geht.
Ja, dann kann ich nur noch hoffen, dass der Menschensohn mit Macht kommt,
auch mein Leben zu erneuern und mich aus dem Tod zu führen in das Licht
- das ew´ge Glück.

Wenn die Sonne sich verfinstert und der Mond nicht weiter scheint in meinem Leben:
wenn in Leid erfüllten Tagen großer Schmerz und Unglück plagen,
wenn ich frage: Was hat das für einen Sinn?
Ja, dann will ich weiter hoffen, dass der Menschensohn mit Macht kommt,
meine Seele zu erlösen und mich aus der Macht des Bösen zu befrein:
denn das kann nur er allein.

Ja, dann kann ich nur noch bitten: Jesus komm zu mir, befrei mich,
sei mir nah mit deiner Liebe, nimm mein Leben in die Hand, ich schenk es dir.
Sei du in mir.

Jesus, du Lamm
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Jesus, du Lamm, starbst für uns dort am Kreuz.
Christ erbarme dich. Ja, Christ erbarme dich.

Jesus, du Lamm, starbst für unsere Schuld.
Christ erbarme dich. Ja, Christ erbarme dich.

Jesus, du Lamm, starbst aus Liebe für uns.
Gib uns deinen Frieden. Ja, gib uns deinen Frieden.

 

Brot ist Leben
T.u.M.: Lydia Pfefferer

In Gestalt von Brot und Wein möchte Jesus ganz nah bei dir sein.
Lass ihn in dein Herz hinein.

Brot ist Leben, Brot ist Liebe, Brot ist Zeichen:
Jesus liebt dich sehr. Jesus ist jetzt ganz für dich da.
Jesus ist im Brot dir so nah.

Wein des Lebens, Wein der Liebe, Wein ist Zeichen:
Jesus kommt zu dir. Jesus schenkt sich selber für dich,
gibt dir Leben ewiglich.

Liebe macht sich für uns Menschen klein.
Ich darf für sie eine Wohnung sein.
Mein Herz soll stets ganz offen sein.

Herr, ich vertrau auf dich
T.: Lydia Pfefferer
M.: Anita Zinsmeister

Herr, ich vertrau auf dich. Du bist mein Licht, mein Heil.
Nur deine Liebe zählt, nur du allein.
Jesus, ich danke dir. Du bist so nah bei mir.
Du bist der Weg, das Ziel, in Ewigkeit.

Wer sich auf dich verläßt, hat nicht auf Sand gebaut.
Du bist der feste Grund! Du bist mein Halt!
Du bist die Zuversicht! Herr, du mein Gott!

Wer sich auf dich verläßt, lebt nicht in Dunkelheit,
denn deine Liebe wärmt und bringt das Licht.
Du bist so strahlend hell! Herr, du mein Gott!

 

Ich glaube an Gott
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Ich glaube an Gott, seine Allmacht und Kraft,
an den Schöpfer des Himmels und der Erde zugleich!
Ich glaube an Gott, Jesus Christ seinen Sohn,
an den Heiligen Geist, der uns Leben verheißt!

Ich glaub´ an die Liebe, als das Höchste, das es gibt!
Ich glaub´, dass Gott uns durch and´re Menschen innig liebt!

Ich glaub´ an die Hoffnung, die aus Jesu Leben weht
und, dass Gott auf allen Wegen mir zur Seite steht!

Ich glaub´ an das ew´ge Leben, das uns Gott verspricht
und, dass der gelebte Glaube führt zu seinem Licht!


Es ist Gnade
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Es ist Gnade, ganz große Gnade,
diese Fülle, die du schenkst, wie du uns liebst;
einfach Gnade, so große Gnade,
dein Erbarmen ist so unbegreiflich nah.

Alles Leid der Welt leg ich in deine Hand, guter Gott.
Wandle Schmerz und Pein in die Fülle des Lichts, guter Gott,
Lob und Preis sei dir, o Herr.

Alles Glück der Welt schenkst du mir jeden Tag, guter Gott.
Mach mein Herz ganz weit, dass Verborgenes blüht, so kostbar,
Lob und Preis sei dir, o Herr.

Meine Zeit, o Herr, lege ich in dein Herz, guter Gott.
Fülle sie mit Sinn, still die Sehnsucht in mir, mach mich frei,
Lob und Preis sei dir, o Herr.

Auch mein Leben Herr, leg ich in deine Hand, mach es neu.
Lass mich wachsen Herr, in der Liebe zu dir, ganz im Licht,
Lob und Preis sei dir, o Herr.

 

Ich lobe meinen Gott
T.: Lydia Pfefferer, Anita Zinsmeister
M.: Anita Zinsmeister

Ich lobe meinen Gott, der mich hält, nie verlässt.
Er bleibt mir treu, auch wenn ich oft schon hab´ versagt.
Er ist mein Herr und Gott, liebt mich wie ich bin,
vergibt mir meine Schuld, gepriesen sei er.

Ich lobe meinen Gott, der immer zu mir steht,
der mich beim Namen nennt, bin ich auch noch so fern.
Er ist mein Licht, mein Heil, macht mein Leben reich,
erhellt die Dunkelheit, gepriesen sei er.


Menschen begegnen sich hier und jetzt...
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Menschen begegnen sich hier und jetzt,
kennen sich kaum und sind doch vernetzt,
suchen Gemeinschaft, ein wenig Glück,
schöne Momente, ja, im Augenblick.

Wir wünschen euch:
Große Liebe möge wachsen hier und jetzt für alle Zeit.
Großer Friede sei in euch und mache eure Herzen weit.
Schalom, Schalom, Friede mit euch. Schalom, Schalom, Friede mit euch.

Eine Begegnung kann Liebe sein,
läßt du dich ganz auf den Andern ein,
schenk´ ihm Vertrauen, schenk dich ihm ganz,
aus der Begegnung wird ein schöner Tanz.

 

Gib der Stunde mehr Leben
T.u.M.: Anita Zinsmeister

Gib der Stunde mehr Leben, öffne dein Herz für das, was wirklich zählt,
denn Gott schenkt dir diesen neuen Tag: Leb ihn sinnvoll, mach etwas daraus.

Schenk´ andern Menschen deine Liebe! Geh auf dem Weg, den Jesus weist,
denn er schenkt Leben, das sich lohnt, entdeck´ die Zukunft mit ihm.

Schenk´ andern Menschen deine Liebe! Mache dich auf und änd´re dich.
So will es Jesus unser Herr, folge ihm nach, leb mit ihm.

Schenk´ andern Menschen deine Liebe! Beginne jetzt, es ist die Zeit.
Verschieb´ dein Leben nicht auf morgen, leb´ es im Augenblick.

Der alte Brunnen
T.: Artur Kleemann aus Berlin-Köpenick (Textrechte:
Schäfer-Verlag Plauen i.V.)
KV: Lydia Pfefferer, M.: Lydia Pfefferer

Der alte Brunnen spendet leise, sein Wasser täglich gleicher Weise.
Ich möchte diesem Brunnen gleichen, was in mir ist, stets weiter reichen!

Doch geben, geben, alle Tage, sag Brunnen, wird das nicht zur Plage?

Da sagt er mir als Jochgeselle: Ich bin ja Brunnen nur, nicht Quelle!
Mir fließt es zu, ich geb es weiter. Das macht mein Dasein froh und heiter!

So leb´ ich nach des Brunnens Weise, schöpf täglich Kraft zur Lebensreise
und will beglückt stets weiter geben, was mir die Quelle schenkt im Leben.

Fließ aus mir heraus, fließ Wasser fließ!
Fließ und werd´ zum Strom, zum Gnadenstrom!

 

Gott hat euch ein Kind geschenkt
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Gott hat euch ein Kind geschenkt als Zeichen seiner Liebe,
welch ein Wunder, welche Freude: Gott sagt täglich: JA!

Kleines Kind, du bist das Wunder, Leben blüht nun auf.
Gott hat dich so lieb, nimmt dich in seine Kirche auf.

In der Taufe schenkt er Leben, er ist dir ganz nah.
Leben hin zur Auferstehung, Gott ist für dich da.

Wie ein Fisch das Wasser braucht zum Leben auf der Welt,
so ist Gott dein Lebensatem, seine Liebe zählt.

Jesus Christ ist nun dein Bruder, auch er war ein Kind.
Durch sein Kreuz schenkt er uns Hoffnung, weil erlöst wir sind.

Wir wollen miteinander gehn
T.: Gisela Stellwag, M.: Lydia Pfefferer

Wir wollen miteinander gehn, den Weg der Liebe, einander sehn.
Über uns sei stets Gottes Hand. Er segnet uns, stärkt unser Band.

Unsre Liebe ist wie Sonne und Licht,
schenkt dem Leben eine tiefe Zuversicht.

Schritt für Schritt wollen den Weg wir nun gehn
und voll Liebe dann auch Stürme überstehn.

Auch wird unser Weg oft nicht leicht sein,
hilf, dass wir zu Zweit, sind niemals allein.

 

Schütz die Erde
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Schütz die Erde, bewahr´ Gottes Welt,
sein Geschenk, das unendlich viel zählt.
Schütz die Erde! Sie ist es wert!
Sie ist es, die Gottes Allmacht uns lehrt.

Aus jeder Blume schaut Gott uns an.
Sie strahlt vom Licht, das nur er geben kann.
In jedem Baume ist Stärke und Kraft
und soviel Ruhe, die Frieden erschafft.

Das klare Wasser lässt uns gedeihn.
Es stillt den Durst, macht uns frisch und ganz rein.
Die klare Luft, die das Leben erhält,
sie ist der Atem auf unserer Welt.

Die mächt´ge Sonne schenkt uns das Licht,
gibt uns den Tag und erhellt das Gesicht.
Der Mond, die Sterne, sind kostbar und schön,
so strahlend hell sie am Himmel zu sehn.

Die ganze Schöpfung jubelt dir zu
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Die ganze Schöpfung jubelt dir zu. Singt Hosianna, heilig bist DU!

Singt Hosianna, preiset den Herrn. Singt Hosianna, lobet ihn gern.
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, heiligt ihn, der uns Leben verheißt.

Preist ihn, der kommt in unsere Zeit. Lobsinget ihm in Ewigkeit.

Die Erde und der Himmel sind DEIN. Gelobet wirst du alle Zeit sein.

 

Heilig ist der Herr
T.: Anita Zinsmeister, Lydia Pfefferer, M.: Anita Zinsmeister

Heilig, heilig, heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig ist nur er!
Heilig, heilig, heilig, lobsingt ihm, ihr Völker dem Herrn.
Er, der das All schuf, die Erde, für uns Menschen, die er liebt.
Er, der seinen Sohn für uns hingab, damit er uns erlöst.
Ihm sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit.

Hosianna singet unserm Herr. Hosianna klingt es nah und fern!
Hosianna, freut euch, lobsingt ihm, dem König der Welt.
Er, der alle Wesen auf Erden und im Himmel erschuf.
Er, der seine Liebe, den Frieden und Mut zum Leben schenkt.
Ihm sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit.

Jesus ist auferstanden!
T.u.M.: Lydia Pfefferer

Jesus ist auferstanden! Jesus ist auferstanden!
Freut euch und lasst uns singen, Lob, Preis und Dank erklingen!
Ruft es laut: Jesus, unser Retter! Er lebt!

Am Kreuz musst´ er sterben, war Gottes Sohn!
Sein Leben war Liebe - Schmerz war sein Lohn!
Zerschunden, gepeinigt, verlassen, allein,
doch durch Schmerz und Dunkel scheint plötzlich Gottes heller Schein.

Die Sünden der Menschen drücken so schwer,
die Herzen und Seelen - oft schwach und leer!
Auf ihm, dem Gekreuzigten, liegt alles Leid,
doch durch seinen Tod hat er uns von der Schuld befreit!

Unfassbar die Gnade, die Gott uns schenkt!
Unendlich die Liebe - die an uns denkt!
Sein einziger Sohn für dich und für mich,
befreit uns zum Leben: die Macht des Todes er durchbricht!

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Liedtexte unserer 3. CD "De Lumina - Du unser Leben":

1. Beginne du all meine Tage
T. u. M.: Bruder Samuel Schraufstetter

Beginne du all meine Tage, sei du bei mir jeden Augenblick,
teile mit mir all meine Stunden, begleite mich durch Kummer und Glück.

1. Dir gehört mein Morgen, Dir gehört mein Tag. Dir gehört mein Abend, was auch kommen mag.
Wenn ich Dich verlasse, rufe mich zurück, heile Du mein Fehlen, o Herr durch deinen Blick!

2. Zwischen meinen Fingern rinnt die Zeit dahin und ich spüre, dass ich voller Unrast bin.
Schenke Du mir Ruhe in der großen Hast. Deine tiefe Stille sei meinem Herzen Rast!

3. Viele Menschen eilen ruhelos umher, sehen keinen Andern und ihr Blick ist leer.
Gib mir deine Liebe, dass ich alle Zeit für die Not der Brüder im Herzen bin bereit!

4. Jeder Tag ist Anfang, jeder Tag ist Ziel. Heute heißt das Leben, das ich leben will.
„Gestern“ ist vorüber, jeder Tag ist neu und ich gehe mutig, denn Du, o Gott, bist treu.

2. Receive the Power
comp. by Guy Sebastian & Gary Pinto

1. Every nation, every tribe, come together to worship you.
In your presence we delight, we will follow to the ends of the earth.

Alleluja, Alleluja! Receive the power from the Holy Spirit.
Alleluja, Alleluja! Receive the power to be a light unto the world.

2. As your Spirit calls to rise, we will answer and do your will.
We´ll forever testify of your mercy and unfailing love.

Oh, oh, oh, God, I need your power! I want to be a witness. I want to be a light.
Lamb of God, we worship YOU!
Holy One, we worship YOU!
Bread of Life, we worship YOU!
Emmanuel, we worship YOU!

 

3. Jesus Christ
T. u. M.: Marco Frisina

Jesus Christ, you are my life. Alleluja! Alleluja!
Jesus Christ, you are my life, you are my life, Alleluja!

1. He calls us to the waters of life. He pours his love into our hearts.
Jesus comes to us in our heart. Glory to God forever.

2. Tu sei via, sei veritá, tu sei la nostra vita,
caminando insieme a te vivremo in te per sempre.

3. En el gozo caminaremos trayendo tu evangelio;
testimonio de caridad hijos de Dios en el mundo.

4. Zeugen deiner Liebe sind wir, Boten des Lichtes in der Welt.
Gott des Friedens, hör unser Flehn. Schenk deinen Frieden allen!

 

4. Wer an dich glaubt
T.: Waltraud Ferber, Lydia Pfefferer, T. u. M.: Anita Zinsmeiser (De Lumina)

Wer an dich glaubt ist nie allein. Du Herr wirst immer bei uns sein
mit deiner Kraft, die Leben schafft: Wer glaubt ist nie allein!

1. Lass Gott ganz in dein Herz hinein und du wirst nicht mehr alleine sein.
Gott ist dir nahe. Er wird stets bei dir sein!

2. Sind auch in Not die Herzen sehr, geteiltes Leid ist nur halb so schwer.
Gott ist euch nahe. Ihr seid nicht mehr allein!

3. Dem Nächsten reiche hier die Hand, das wird euch einen, so wie ein Band.
Gott ist uns nahe. Wir sind nicht mehr allein!

4. Viel Kraft gibst du uns Herr allein, schenkst Mut und Hoffnung für unser Sein.
Du bist die Liebe, machst unser Leben reich!

5. Wir sind gekommen
T. u. M.: Lydia Pfefferer (De Lumina)

1. Wir sind gekommen, dich anzubeten. Wir sind jetzt hier, dich zu preisen.
Du, der du Liebe und Hoffnung bist, hast uns den Himmel verheißen.

2. Hemos venido a adorarte. Ahora estamos aqui para elogiarte.
Tú, que eres amor y esperanza, nos has prometido el cielo.

3. We have come to worship you. We are now here to praise you.
You, who you are our love and hope, have promised us the heaven.

4. Siamo venuti ad adorarti. Dobbiamo ora qui elogiarti.
Tu sei esperanza e amor, ci hai promesso il cielo.

5. Nous sommes venus pour te t´adorer. Nous devons maintenant ici te feliciter.
Tu qui es amour et espoir nous as promis le ciel.

6. Lamm Gottes
T. u. M.: Albert Frey

2 x Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt.
Lamm Gottes, erbarme dich unser.

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt.
Lamm Gottes, gib uns deinen Frieden.

7. Heilig
T. u. M.: Albert Frey

Heilig, heilig, heilig, Gott und Herr aller Mächte und Gewalten.
Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe. Hoch gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe. Hoch gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn.

8. Singt laut
T. u. M.: Anita Zinsmeister (De Lumina)

1. Singt laut und lobt unsern Gott. Singt laut und lobt unsern Gott,
denn er schenkt Wärme und Kraft, liebt uns so sehr.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
denn Gott schenkt uns Wärme und Kraft, liebt uns so sehr.

2. Singt laut und preist unsern Gott. Singt laut und preist unsern Gott.
Er hält uns so wunderbar in seiner Hand.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
er hält uns so wunderbar in seiner Hand.

9. Das JA der Liebe (für Monja und Peter)
T. u. M.: Lydia Pfefferer (De Lumina)

1. Das JA der Liebe sag ich dir, das JA zu dir, so wie du bist,
in allen guten, wie auch in schweren Zeiten.
Das JA des Lebens schenk ich dir, das JA zu Freude und zum Leid,
zum Miteinander hier auf dieser Welt.

2. Das JA der Liebe sag ich dir, das JA zu deinem eignen Ich,
zu deinen Stärken und auch zu deinen Schwächen.
Das JA der Freiheit schenk ich dir, das JA zu deinem eignen Sein
in Einheit trotz der Verschiedenheit.

3. Das JA der Liebe sag ich dir, das JA zu unserm Lebensweg,
den wir gemeinsam für immer gehen werden.
Das JA der Zeiten schenk ich dir, das JA zu der Vergänglichkeit,
bedingungslos und voll Vertrauen hier.

Begleit uns Herr auf unserm Weg der Liebe.
Sei du bei uns und schenk uns Zuversicht.
Ja segne uns, sei du die Mitte unsres Seins.
Gott, der Liebe sei bei uns.

10. Kleines Kind (für Simon...
T. u. M.: Lydia Pfefferer (De Lumina)

Kleines Kind, du bist ein Wunder, kleines Kind, bist ein Geschenk,
bist ein Sonnenstrahl der Liebe, Zeichen, dass Gott an uns denkt,
bist ein Sonnenstrahl der Liebe, Zeichen, dass Gott an uns denkt.

1. Noch sind deine Hände winzig, doch sind sie schon voller Kraft.
Möge Gott ihr Wirken segnen, dass ihr Handeln Liebe schafft.

2. Noch hast du so kleine Füße, doch sie werden Wege gehn,
werden suchen nach der Straße, die ihr Lebensglück lässt sehn.

3. Dein Herz schlägt so zart und leise, schlägt im Rhythmus deiner Zeit.
Möge Liebe in dir wachsen, stets ein Blick für Freud und Leid.

4. Deine Seele ist so heilig, ist so zart und auch so rein.
Mögen Glaube, Hoffnung, Liebe, stets in ihr zu Hause sein.

11. Gott segne dich
T.: Jutta Hager, M.: Eric Bond

Gott segne dich, behüte dich. Gott sei mit dir auf all deinen Wegen.
Gott segne dich, behüte dich. Wo du auch bist folge dir sein Licht.

1. Ich bin bei dir bis ans Ende der Zeit, so spricht der Herr, gibt dir sein Wort,
denn seine Güte reicht unendlich weit, leitet dich an jeden Ort.

2. Öffne dein Herz, lass dich ganz auf ihn ein und du wirst sehn, wie Wunder geschehn.
Gott hat versprochen dir nahe zu sein, allezeit zu dir zu stehn.

3. Spürst du den Zweifel, das Dunkel um dich, fürchte dich nicht, dein Gott ist nah,
ununterbrochen umgibt dich sein Licht. All seine Weisheit ist da.

12. Jesus lebt
T. u. M.: Lydia Pfefferer (De Lumina)

Jesus lebt. Er ist auferstanden! Jesus, unser Herr, er lebt!
Lobt den Herrn für seine Liebe. Jesus, unser Herr, er lebt!

1. Für uns litt er Angst, erntet Spott und Hohn: nur aus Liebe!
Für uns nahm er Kreuz, Leiden, Schmerz und Tod: nur aus Liebe!

2. Für uns ging er ihn, diesen schweren Weg: nur aus Liebe!
Für uns trug er sie, alle Last der Welt: nur aus Liebe!

3. Für uns ganz allein, dort an diesem Kreuz: nur aus Liebe!
Für uns auch der Tod, nur noch Finsternis: nur aus Liebe!

4. Plötzlich dann das Licht, dort an diesem Grab: nur aus Liebe!
Freuet euch mit ihm, Jesus ist uns nah: nur aus Liebe!

13. All die Fülle
T. u. M.: Norbert Jagode, Steve Smith

1. All die Fülle ist in dir, o Herr, und alle Schönheit kommt von dir, o Gott.
All die Fülle ist in dir, o Herr, und alle Schönheit kommt von dir, o Gott.
Quelle des Lebens, lebendiges Wasser. Halleluja!

Dank sei dir, ja Dank sei dir, wir danken dir Herr.
Dank sei dir, ja Dank sei dir, o Herr.
Denn du bist uns nah, dein Wirken Herr ist offenbar.
Dank sei dir, ja Dank sei dir, o Herr.

2. Du bist unser König, o Herr. Du sitzt auf dem Thron, o Gott.
Du bist unser König, o Herr. Du sitzt auf dem Thron, o Gott.
Meister des Lebens, ewiger Herrscher. Halleluja!

 

14. Melodie für die Seele
Pfr. Andreas Hanke (Freund von De Lumina)

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Vertrauen

Mit großer Weisheit hat der Herr die Welt gebaut
und uns, den Menschen, seine Schöpfung anvertraut.
Wir dürfen seiner Hände Werk verwalten,
in Zeit und Raum das Erdenleben mitgestalten.

Es werden Tag und Nacht und Jahr geschenkt,
auch unsere Schritte unsichtbar gelenkt.
Es fügt sich Stein um Stein in nie geahnter Dichte
zum großen Mosaik der Weltgeschichte.

All das unbegreiflich Wunderbare,
das erfahrbar wird in jedem Jahre -
der Stundenschlag, die Tages- und die Jahreszeiten
wollen Zeugen sein von Gottes Herrlichkeiten.

Steht der Mensch urplötzlich vor Problemen,
kann diese ihm nur einer nehmen:
Gott regiert im Himmel und auf Erden,
lässt Kummer geh´n und Friede werden!


(von unserer lieben Verwandten: Ingrid Hammel aus Iggingen)

 

 

Ich bin bei dir, wenn die Sonne untergeht.
Ich bin bei dir, wenn dich keiner mehr versteht.
Wenn die Nacht in deinem Zimmer ist, dann bin ich dein Licht.
Ich bin bei dir - verstehst du das denn nicht?

Ich will mit dir gehen, auch das letzte Stück.
Ich will bei dir sein in Leid und Glück.
Ich will dich begrüßen, wenn dich niemand grüßt.
Ich bin bei dir - verstehst du das denn nicht?

Ich bin bei dir in der Nacht, die keinen Morgen hat.
Ich bin bei dir in der Ewigkeit, wenn du Jesus siehst,
Ich bin bei dir, was immer auch geschieht.
Ich bin bei dir, ich bin bei DIR!
(Erwin Hilbert)

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Gedanken von Mutter Teresa:

„Der einfache Weg!

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede!”

 

Gegenwart

Nimm dir Zeit zu denken.
Nimm dir Zeit zu beten.
Nimm dir Zeit zu lachen.
Das ist die Quelle der Kraft.
Das ist die größte Macht auf Erden.
Das ist die Musik der Seele.

Nimm dir Zeit zu spielen.
Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden.
Nimm dir Zeit zu geben.
Das ist das Geheimnis ewiger Jugend.
Das ist das von Gott verliehene Privileg.
Der Tag ist zu kurz, um egoistisch zu sein.

Nimm dir Zeit zu lesen.
Nimm dir Zeit, freundlich zu sein.
Nimm dir Zeit zu arbeiten.
Das ist die Quelle der Weisheit.
Das ist die Straße zum Glück.
Das ist der Preis des Erfolgs.

Nimm dir Zeit für Werke der Nächstenliebe.
Sie sind der Schlüssel zum Himmel.


Frage eines Journalisten: „Was meinen Sie, Mutter Teresa, was sich in der Kirche ändern sollte?"
Mutter Teresa: „Sie und ich."

Wir können uns in der Arbeit abmühen bis zum Umfallen;
wenn unsere Arbeit nicht mit Liebe durchwoben ist, ist sie unnütz.

Wenn du weißt wie sehr Gott dich liebt, dann kannst du nur leben, indem du diese Liebe ausstrahlst.

Lass doch die Liebe Gottes ganz und gar von deinem Herzen Besitz ergreifen.
Lass zu, dass seine Liebe sozusagen zu deiner zweiten Natur wird.

Anfangs glaubte ich, bekehren zu müssen. Inzwischen habe ich gelernt, dass es meine Aufgabe ist zu lieben. Und die Liebe bekehrt, wen sie will.

Wir müssen für die Kinder ein Bild von Jesus sein, dem Freund der Kinder.

Kinder sind Gottes schönstes Geschenk. Jedes Kind hat das Recht, auf die Welt zu kommen, ob es erwünscht ist oder nicht.

Ungeborene Kinder sind Gott so nah. Ich bitte die Ärzte in indischen Krankenhäusern immer, niemals ein ungeborenes Kind zu töten. Wenn niemand es haben will, nehme ich es.

Ständig sorgen die Leute sich darum, dass unschuldige Kinder im Krieg getötet werden, und sie versuchen, das zu verhüten. Aber wie kann man darauf hoffen, das zu verhindern, wenn Mütter ihre eigenen Kinder töten?

Kennen wir die Nöte der anderen? Nehmen wir uns die Zeit, wenigstens jemandem zuzulächeln?

Wir werden nie wissen, wie viel Gutes ein einfaches Lächeln hervorbringen kann. Ein Lächeln ist wie eine Berührung. Es bringt etwas von der Wirklichkeit Gottes in unser Leben.

Viele versuchen, die Leere, die sie empfinden, mit Essen, Radio, Fernsehen und ständigen äußerlichen Aktivitäten zu füllen. Doch diese Leere kann nur durch Gott gefüllt werden.

Wenn du nach Gott suchst und nicht weißt, wo du anfangen sollst, lerne zu beten und mache dir die Mühe, jeden Tag zu beten.

Ohne Gebet könnte ich nicht einmal eine halbe Stunde lang arbeiten. Ich erhalte meine Kraft von Gott durch das Gebet.

Das Gebet, das aus unserem Geist und Herzen kommt und nicht vorformuliert ist, wird inneres Gebet genannt... Aus diesem Gebet lebt unsere Seele, ohne es können wir nicht heilig werden.

Für Kinder und in Familien ist Beten dringend nötig. Liebe beginnt zu Hause und daher ist es wichtig, dass man zusammen betet. Wenn ihr zusammen betet, werdet ihr zusammenbleiben und euch so lieben, wie Gott jeden von euch liebt.

Lass nicht zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.

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Vom Geben

Ihr gebt nur wenig, wenn ihr nur von eurem Besitz gebt.
Erst wenn ihr von euch selber gebt, gebt ihr wahrhaftig.
(Khalil Gibran)

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Geschenk

Ein alter Mann sitzt in einem Bus. In seinem Arm hält er einen wundervollen Blumenstrauß.
Eine junge Frau kann ihren Blick nicht von der Blumenpracht lassen.
Immer wieder schaut sie zu den bunten Blüten und lächelt versonnen.

Kurz vor der nächsten Haltstelle erhebt sich der Mann und geht zu der Frau.
Er reicht ihr die Blumen und sagt: „Gefällt Ihnen der Strauß? Er ist eigentlich für meine Frau.
Aber ich denke, sie hätte es gern, dass Sie ihn bekommen.
Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr, dass ich die Blumen Ihnen geschenkt habe.“

Erstaunt nimmt die Frau den Strauß entgegen.
Als der alte Mann aussteigt, sieht sie ihm nach.
Er verschwindet durch ein Tor, das zu einem kleinen Friedhof gehört.

So einfach ist es der Liebe ein Gesicht zu geben!
Jeden Tag!

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der
Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen.
Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über
jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen
schreiben.
Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum
verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und
daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen
aufgeschrieben hatten.
Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste.

Schon nach kurzer Zeit lächelten alle.
"Wirklich?", hörte man flüstern .. "Ich wusste gar nicht, dass ich
irgend jemandem
was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen" ,waren die
Kommentare.

Niemand erwähnte danach die Listen wieder.
Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern
diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt.
Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging
zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche
war überfüllt mit vielen Freunden. Einer
nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg
vorbei und erwies ihm die letzte Ehre.
Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer
der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr:
"Waren Sie Marks Mathelehrerin?" Sie nickte: "Ja".
Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen."

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt.
Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der
Lehrerin zu sprechen.
"Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner
Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es
erkennen."
Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammen-
geklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste
ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen,
die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten.
"Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben" ,sagte Marks
Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt."
Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin.
Charlie lächelte ein bisschen und sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der
obersten Lade in meinem Schreibtisch".
Chucks Frau sagte: "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben."
"Ich habe meine auch noch", sagte Marilyn. "Sie ist in meinem Tagebuch."
Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre
abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir",
sagte Vicki und meinte dann:
"Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt."
Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um
Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

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Gedanken und Worte von Chiara Lubich:

"Wie der Körper atmet, um zu leben, so lebt die Seele vom gelebten Wort Gottes!"

Ein Grundzug der Spiritualität der Fokolarbewegung ist die gemeinschaftliche
Dimension des Christentums:
die gegenseitige, geschwisterliche Liebe als Einheit stiftende Kraft.
Doch wie geht diese Liebe?
Was ist ihr Maß?
Antworten auf diese Fragen finden sich im Blick auf die Gottverlassenheit Jesu am
Kreuz. Hier wird der Gottmensch zur Schlüsselfigur, in der sich jede wirkliche Einheit
erschließt. Hierzu einige Kerntexte von Chiara Lubich:

Für mich

"Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes,
der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. (
Galaterbrief 2.20)
Was Paulus hier sagt,
kann jeder auf sich selbst beziehen:
"Für mich" hat Christus sich hingegeben.

Jesus, wenn du für mich gestorben bist,
wie könnte ich an deiner Großmut zweifeln?
Wenn ich glauben darf,
dass du, der Sohn Gottes, für mich gestorben bist,
wie sollte ich nicht alles daransetzen, um auf diese Liebe zu antworten?

Für mich...
Ein Wort, das die Einsamkeit der Einsamsten überwindet.
Ein Wort, das jedem Menschen eine erhabene Würde zuspricht,
gerade den Geringsten und Verachteten.

Ein Wort, das uns ergreift
und mit überströmender Freude erfüllt:
mit einer Freude, die ausstrahlt...

Für mich...
Für mich, Herr, all diese Schmerzen?
Für mich dieser Schrei?

Wenn du für mich,
für die vielen gestorben bist,
dann wirst du uns niemals fallen lassen!
Alles wirst du uns tun - schon allein deshalb,
weil du bereits einen so hohen Preis für uns bezahlt hast!
Du hast mir das göttliche Leben geschenkt,
wie meine Mutter mir das menschliche gab.
Allzeit denkst du an mich,
als ob es nur mich gäbe -
und genauso an jeden anderen.
Das gibt uns - mehr als alles in der Welt - Kraft und Mut,
als Christen zu leben.

Für mich... All das für mich.

Herr, so gib, dass ich in der Zeit,
die mir noch bleibt, dir sagen kann:

"Für dich!"

Stummer Schmerz

Wenn wir uns eines Tages unnütz vorkommen sollten,
nirgends hingehörig,
abgeschrieben,
wenn dies unserem Verstand absurd erscheint
und unser Herz zu Recht sich aufbäumt,
dann können wir an Jesus in seiner Verlassenheit denken.

Auch unser stummer, namenloser Schmerz ist enthalten
in den zahllosen Schattierungen seines Schmerzes.


Barmherzigkeit

Wenn wir erlebt haben,
welch fruchtbringende Kraft das Kreuz bergen kann,
zeigt uns Gott neu und tiefer,
was noch wertvoller ist als der Schmerz:
die Liebe zum Nächsten in der Gestalt der Barmherzigkeit.

Es ist eine Liebe,
die das Herz weit macht und den Armen,
den Bettlern, den vom Leben Enttäuschten
und reumütigen Sündern beisteht.
Diese Liebe versteht es, jeden Nächsten,
der vom Weg abgekommen ist, aufzunehmen...
Sie hört nicht auf zu verzeihen.
Die Barmherzigkeit ist der höchste Ausdruck der Liebe - ihre Erfüllung.
Und die Liebe steht über dem Schmerz;
denn ihn gibt es nur in diesem Leebn,
während die Liebe auch im anderen Leben bleibt.
Gott zieht die Barmherzigkeit dem Opfer vor (
vgl. Matthäus 9,32)


Unverhoffter Trost

Manchmal befindet sich der Mensch in so großen geistlichen Ängsten,
dass er alles schwarz sieht;
alles wird zur Qual.
Kein Sonnenstrahl dringt zu ihm durch und richtet ihn auf...
Er sieht keinen Ausweg...

Doch wenn er es am wenigsten erwartet,
offenbart Gott sich ihm...
Er schöpft neue Hoffnung...
Gott sagt ihm etwas längst Vergessenes:
Barmherzigkeit, Frieden.



Verwandlung

Ich möchte der Welt bezeugen,
dass der verlassene Jesus jede Leere ausgefüllt,
jede Finsternis erleuchtet,
jede Einsamkeit begleitet,
jeden Schmerz beseitigt
und jede Schuld getilgt hat.

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Trost:

Ein Rabbi hatte zwei Söhne. Er liebte sie sehr.
Während er in der Synagoge war, starben sie. Die Mutter legte sie in
ein Zimmer und bedeckte sie mit einem Tuch.
Als der Rabbi heimkam und nach ihnen fragte, sagte sie, sie seien
fortgegangen, kämen aber bald wieder. Dann setzte sie ihm das Abendessen
vor.
Nachdem sie gegessen hatten, stellte sie ihrem Mann eine Frage:
"Was soll ich machen? Vor einiger Zeit kam ein Mann und bat mich, seinen
Schatz aufzubewahren. Ich habe es getan. Nun kommt er wieder und will ihn
zurückhaben.
Soll ich ihn zurückgeben?"
Der Rabbi entrüstete sich und sprach:
"Was ist das für eine Frage! Wenn man etwas anvertraut bekommen hat, muß
man es auch wieder zurückgeben, wenn es verlangt wird."
Dann führte die Frau ihren Mann in das Zimmer und entfernte das Laken, mit dem
sie die beiden Söhne zugedeckt hatte. Als nun der Rabbi anfing zu klagen und zu
weinen, sprach seine Frau zu ihm:
"Der Besitzer ist gekommen und hat seinen Schatz zurückgenommen."
Da war der Rabbi getröstet und sprach mit Hiob:
"Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Gelobet sei der Name
des Herrn."

nach dem Midrasch

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Johannes Paul II (Papst vom 16.10.1978 bis 02.04.05)

Worte über Joh. Paul II.:

"Ein großer Papst, ein großer Heiliger hat uns verlassen! ...
Seine Heiligkeit. Auch ich kann sie ganz persönlich bezeugen. Nach einer Audienz bei ihm hatte
ich häufig den Eindruck, als würde sich der Himmel öffnen. Ich fand mich wie direkt mit Gott
verbunden, in einer ganz tiefen Vereinigung mit ihm, ohne Vermittler.
Das hängt sicher auch damit zusammen, dass der Papst ein Mittler ist, der verschwindet, wenn
er dich Gott in Verbindung gebracht hat. Ich habe so noch tiefer verstanden, worin das be-
sondere Charisma des Papstes besteht:
Die Schlüssel des Himmelreiches (Mt. 16,19) dienen ihm nicht nur dazu, unsere Sünden zu ver-
geben, sondern auch, uns den Himmel zu öffnen, indem er uns offen macht für die Vereinigung
mit Gott....
Die Gegenwart Gottes wurde um so spürbarer, je schwerer die Last des Leidens wurde ...
Im Moment kann ich nicht anders, als meine tiefste Dankbarkeit dafür zum Ausdruck zu
bringen, dass diese Schlüssel auch noch viele andere Türen geöffnet haben:
Der Papst hat immer die Pforten aufgestoßen für die Neuerungen des Geistes, die er auch in
unserer Bewegung erkannt hat. Er hat sie beständig ermutigt und unterstützt und als ein Ge-
schenk Gottes und eine Hoffnung für Menschen betrachtet.
(Chiara Lubich, Fokolarbewegung)

"Joh. Paul II. wurde vom Feuer der Liebe zur Kirche und zur Menschenfamilie verzehrt und
er tat alles, um diese Flamme weiterzugeben. Er verlieh der Universalität der Kirche
Aufschwung, u.a. dadurch, dass er in die meisten Länder der Welt reiste, den Menschen
begegnete, ihnen manchmal ins Gewissen redete, oft vom Erbarmen Gottes sprach.
Seine über hundert Reisen bleiben klarer Ausdruck einer Seele, der so viel daran lag, eine
Zukunft in Frieden einzuleiten."
(Frere Roger von Taize)

"Er hinterließ tiefe Spuren in der kath. Kirche und in der Geschichte der gesamten Menschheit.
Viele seiner Initiativen haben Entwicklungen losgetreten, die bis heute weitergehen."
(Ökum. Patriarch Bartholomaios, Konstantinopel)

"Er wird sich nicht nur als der überaus geliebte Papst der röm.-kath. Kirche ins Gedächtnis
der Menschen einprägen, sondern auch - wenngleich die anderen Kirchen dies möglicherweise
mehr oder weniger laut aussprechen werden - als der Hirte der Christenheit in der Welt.
(Mesrob II., armen. Patriarch von Istanbul und der ganzen Türkei)

"Es ist in keiner Zeit bisher der Glaube so sehr in die Öffentlichkeit getreten wie durch den Tod
des Papstes und damit ist der Vater im Himmel verherrlicht worden.
Er hat ganz deutlich im Innenraum des Glaubens gelebt. Deshalb konnte er seine Hände weit
ausstrecken für alle Menschen.
Es war dieser Papst, der mit seinen Worten an Pfingsten 98 die kath. Bewegungen in Bewegung
gebracht hat - zueinander und später dann auch hin auf die evang. Bewegungen.
Ein Miteinander von Hunderten solcher Gemeinschaften, wie es etwa im Mai 2004 in Stuttgart
sichtbar geworden ist, hätte ohne dieses Wort nicht stattgefunden.
(Gerhard Proß, CVJM Esslingen)

"Er hat das Gebet als `schwache Waffe´ in den Mittelpunkt unseres Lebens und des Lebens der
Welt gestellt, um die Welt zu verändern...
Er hat uns geholfen, keine Angst vor den Kreuzen der Welt zu haben und uns einzusetzen, dass
diese Kreuze weniger auf dem Leben der Menschen lasten, damit die Berge von Leid abgebaut
werden.
(aus einer Erklärung der Gemeinschaft Sant´Egidio)

"Natürlich war der Papst, als ich ihn 2004 traf, schon ein alter Mann. Aber trotzdem war er
noch voller Leben und Liebe für Gott: für die Kirche und für die Menschen. Und trotz seiner
Begabung und seiner Berühmtheit und der Anerkennung der Massen, hatte er die Demut
eines Menschen, der nichts anderes will, als dienen.
Er war keineswegs ernst oder steif, sondern voller Humor, und er tat alles, was in seiner Macht
lag, um denen zu helfen, denen er begegnete. Ich fühlte mich nach jeder Begegnung mit ihm
ermutigt und gestärkt.
(Johann Christoph Arnold, Gemeinschaft Bruderhof)

"Mit ihm zu sein hieß Jesus zu begegnen."
(Fabio, Italien)

"Der Kuss, den er mir als Kind auf die Stirn gegeben hat, war wie ein Same, der aufgegangen
ist und mich wie eine Sonnenblume immer auf Gott blicken lässt. Ich hoffe, dass Gott ihm
jetzt den gleichen Kuss gibt, wie er damals mir."
(Chiarelle, USA)

"Als Joh. Paul II. bei seinem Besuch in Bern mir und anderen die Hand drückte, ohne sprechen
zu können, fühlte ich mich persönlich von ihm geliebt. Obwohl er litt, widmete er seine ganze
Aufmerksamkeit nur der Person, die vor ihm stand."
(Rafael, Schweiz)

"Ein bemerkenswerter Mann, der sehr viel zum Frieden zwischen den Menschen und insbe-
sondere den Religionen beigetragen hat. Noch nie waren sich Christen und Muslime so nah."
(Oguz Ataoglu, NUR Cemaati München)

"In Johannes Paul II. lebte die Essenz von Christus, indem er allen Menschen gedient hat -
nicht nur den Katholiken - ..., damit sie ein besserers Leben führen. Er hat an das Gewissen
der Führer der Welt appelliert ihre Pflichten wahrzunehmen, mehr für die Notleidenden in der
ganzen Welt zu tun. Das hat mich angezogen und das habe ich auch meinen Anhängern
weiter gegeben."
(Imam W. D. Mohammed, USA, Muslim American Society)

"Ich trage mit den Katholiken den Schmerz über den Verlust dieses hervorragenden Menschen.
Wir Muslime schätzen ihn besonders, weil er der erste Papst war, der eine Moschee betrat,
nämlich 2001 in Syrien.
Nach dem 11. Sept. 2001, als plötzlich in der ganzen Welt Vorurteile gegenüber Muslime herr-
schten, trat Joh. Paul II. sofort dagegen an. Und wie wir hat er den Terrorismus voll und ganz
abgelehnt. So hat er eine bedeutende Balancerolle gespielt und wichtige Friedensarbeit geleistet."
/Zekeriya Eser, Beauftragter der islam. Glaubensgemeinschaft in Österreich)

"Ein Vater für uns Muslime, ein Vorbild im Glauben.
(Angelika Z. Hassani, Rat der islam. Gemeinsch. in Hamburg)

"Ein Meister des relig. Lernens und des philosoph. Denkens. Ein großer Mann rel. Mystik."
(Mohammed Khatami - iran. Staatspräsident)

"Ein großer spiritueller Führer."
Dalai Lama

"Er hat den buddhistisch-christl. Dialog besonders gefördert, etwa durch die Möglichkeit, dass
christl. und buddh. Mönche sich gegenseitig besuchen können. Auch wären viele der interrel.
Initiativen bei uns in Dinkelscherben ohne sein Wirken unmöglich gewesen. Vieles, was er
gesagt hat, können wir Buddhisten auch unterschreiben."
(Genpo Döring, Zen-Tempel Dinkelscherben/Bayern)

"In den vielen Jahren, in denen mein Vater im Vatikan lebte,
erstrahlte das Schöne und regierte die Freude.
Ohne ihn ist die Stadt heute leer.
Schock, Schmerz und Tränen: alles spricht von seiner grenzenlosen Liebe.

Ja, Liebe ist das Wort, das er für die ganze Welt ausgesprochen hat.
Seine Botschaft hat Einfluss auf den Weg jedes Menschen.
Sein Erbe wird für immer erhalten, bis an die Grenzen der Erde bewahrt bleiben:
Es ist das Fundament des wahren Friedens, der Boden für eine Welt, in der es nichts Böses
mehr geben wird.

Heute ist mein Vater ins Paradies gegegangen;
er hat den irdischen Weg beendet und ist gegangen...
Doch sein Herz wird immer mit überfließender Freude erfüllt sein.
Mein Vater hat mir den Weg der Weisen gezeigt, den Weg, der zur ewigen Weisheit führt.
(Phramaha Thongrat, buddh. Mönch aus Thailand)


Worte von Johannes Paul II.:

"Im Reich Gottes sind nicht die Amtsträger die Großen, sondern die Heiligen."
(Ad-Limina-Besuch der Bischöfe von Baltimore, Washington, Atlanta und Miami 2. Juli 1993)
Anmerk.: 482 Heilige, 1338 Selige in der Zeit seines Papsttums

"Die christl. Heiligkeit besteht nicht im Ohne-Sünde-Sein, sondern in dem Bemühen, möglichst
nicht zu fallen und sich nach jedem Fall wieder zu erheben. Sie ist nicht so sehr Frucht mensch-
licher Willensanstrengung, sonder erwächst aus dem Bestreben, das Wirken der Gnade in der
Seele nicht zu behindern und demütige Mitarbeiter der Gnade zu sein.
(Rom, 23. März 1983)

"Der Mensch muss um seiner selbst willen und aus keinem anderen Grund bejaht werden.
Einzig und allein um seiner selbst willen! Mehr noch:
Man muss den Menschen lieben, weil er Mensch ist; man muss die Liebe zum Menschen
einfordern wegen der besonderen Würde, die er besitzt.
(vor der UNESCO 2. Juni 1980)

"Der ökumen. Weg bleibt sicher mühsam, vielleicht ist er noch lang, doch beseelt uns die Hoff-
nung, dass wir geleitet werden von der Gegenwart des Auferstandenen und von der unerschöpf-
lichen Kraft seines Geistes, die zu immer neuen Überraschungen fähig ist.
(Novo millennio ineunte, 2001, Nr. 12)

"Warum hat der hl. Geist die Spaltung unter den Christen zugelassen?...
Könnte es nicht so sein, dass diese Auseinanderentwicklungen ein Weg waren und sind, damit
die Kirche die vielfältigen Reichtümer entdeckt, die im Evangelium Christi und in der von
Christus bewirkten Erlösung enthalten sind? Vielleicht hätten diese Reichtümer anders nicht
ans Licht kommen können...
(aus: Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, 1994)

"Wir sollten uns nicht so sehr wundern, dass die Vorsehung eine so große Verschiedenheit an
Religionen zugelassen hat; wir sollten vielmehr darüber staunen, wie viele gemeinsame Elemente
sich in ihnen finden.
(aus: Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, 1994)

"Die jüd. Religion ist für uns nicht etwas Äußerliches, sondern gehört in gewisser Weise zum
Inneren unserer Religion. Zu ihr haben wir Beziehungen wie zu keiner anderen Religion. Ihr seid
unsere bevorzugten Brüder und so könnte man auch sagen, unsere älteren Brüder."
(13.04.1986, Besuch der Synagoge von Rom)

"Es ist Jesus, den ihr sucht, wenn ihr vom Glück träumt.
Er ist es, der auf euch wartet, wenn euch nichts von dem zufrieden stellt, was ihr vorfindet.
Er ist die Schönheit, die euch so anzieht.
Er ist es, der euch provoziert mit jenem Durst nach Radikalität, der euch keine Anpassung
an den Kompromiss erlaubt.
Er ist es, der in euren Herzen die wahren Entscheidungen herausliest, die andere am liebsten er-
sticken würden,
Jesus ist es, der in euch etwas entfacht:
die Sehnsucht, aus eurem Leben etwas Großes zu machen;
den Willen, einem Ideal zu folgen;
die Weigerung, euch von der Mittelmäßigkeit verschlingen zu lassen;
den Mut, euch in Demut und Treue darum zu mühen, euch selbst und die Gesellschaft besser
zu machen, damit sie menschlicher und geschwisterlicher werde."
(bei der Gebetswache währ. des 15. WJT in Rom, 19.08.2000)

"Ich bin froh - seid ihr es auch!"
(Abschiedsgruß an die poln. Ordensschwestern in seiner Wohnung am 02.04.2005)

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Sinn:

Es ging ihr so gar nicht gut. Sie erzählte es ihrem Vater.

Der ging mit ihr in die Küche.
Dort setzte er drei Töpfe auf mit Wasser auf den Herd.
In den Ersten warf er ein Bündel Möhren,
in den zweiten legte er ein paar Eier,
in den dritten schüttete er eine Hand voll Kaffeebohnen.

Zwanzig Minuten später nahm er die Töpfe vom Herd und legte die Möhren in eine Schüssel,
die Eier auf einen Teller. Aus dem dritten Topf goss er duftenden Kaffee in eine Tasse.

Die Möhren, erst hart und holzig, waren weich geworden.
Die Eier, erst zart und zerbrechlich, waren nun fest und widerstandsfähig.
Die Kaffeebohnen hatten sich selbst kaum verändert, aber das Wasser.

"Was bist du?" fragte der Vater seine Tochter verschmitzt.
"Eine Möhre, ein Ei oder eine Kaffeebohne?"

Und dann erklärte er ihr, was das alles mit ihrer schweren Situation zu tun hatte:
"Der eine wird durch schwere Lebenssituationen weich, wird offen für Gottes Gnade und seine
Barmherzigkeit, offen auch für andere Menschen. Er lernt gnädiger und barmherziger mit ihnen
umzugehen und mit sich selbst.

Ein anderer wird durch schwere Lebensphasen krisenfest, lernt Treue und Ausdauer,
wird vielleicht sogar einer, der anderen Halt geben kann.

Und ein dritter geht durch solche Phasen scheinbar unbeeinflusst und unerschüttert.
Aber er verändert seine Umgebung.

In jeder Krise arbeitet Gott an dir. Liebevoll und fürsorglich verändert er dich und deine Umgebung gleich mit.
Krisen sind keine Katastrophen.
Vergiss nicht: Gott hat Gutes im Sinn - immer:
Mit mir,
mit den Menschen, die mir am Herzen liegen.
mit der Gemeinde.
mit der Welt.
Bei ihm sind wir in guten Händen.

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Zufriedenheit:

 

Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.

"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein?
Wir wären auch gerne so glücklich wie du."

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln:
"Wenn ich liege, dann liege ich.
Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus:
"Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch.
Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich.
Was ist also dein Geheimnis?"

Es kam die gleiche Antwort:
"Wenn ich liege, dann liege ich.
Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf.
Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach
einer Weile hinzu:
"Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt,
denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr
geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet.
So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid.
In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche
Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und
Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."
(Quelle unbekannt)

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